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Bildung
02/12/2016

Comenius Programm: Lernen in einer fremden Stadt

Schüler zwischen 14 und 18 arbeiten in einer europäischen Stadt gemeinsam an einem Projekt.

International Projekte starten, mit Schülern aus verschiedenen Ländern zusammenarbeiten und dabei noch eine fremde Stadt bereisen oder selbst Gastgeber spielen - das erwartet Jugendliche, die am Comenius Programm teilnehmen.

Das EU-Programm, das 1997 gegründet wurde, ermöglicht einwöchige Treffen innerhalb Europas, bei denen mindestens drei europäische Staaten teilnehmen. Es werden Projekte aus den Bereichen Soziales, Umwelt, Kultur, Naturwissenschaft usw. umgesetzt. Schüler zwischen 14 und 18 Jahren beschäftigen sich dabei mit ganz konkreten Themen, wie z.B. „Wasser in der Kunst“, bei dem auch Schüler des St.-Ursula-Gymnasiums in Wien mitgewirkt haben. Bei großen Treffen nehmen bis zu zehn Länder mit mehr als hundert Schülern teil. Das will natürlich gut vorbereitet sein, weshalb sich Lehrer und meist ältere Schüler vorab schon zusammensetzen

Vorträge von Forschern

Vor der Arbeit zeigen die Schüler den Gästen aus dem Ausland die Stadt. Später, in der Schule, halten sowohl ältere Schüler als auch Forscher Vorträge. So hat zum Beispiel Georg Weitzer vom Institut für medizinische Biochemie 2014 bei einem Projekt, das in Wien stattfand und sich mit Bakterien befasste, über Stammzellen referiert.

Ältere Schüler werden als Mentoren eingesetzt. Neben den Vorträgen ist es ihre Aufgabe, die Jüngeren bei ihren Arbeiten zu unterstützen. Wenn es sich um ein naturwissenschaftliches Projekt handelt, beispielsweise „Modern Diagnostics“, verwandelt sich die Schule in ein großes Labor und die Teilnehmer laufen den ganzen Tag in Laborkitteln herum. Bei diesem Treffen lernten die Schüler verschiedene Arten der modernen Diagnose in der Medizin kennen und versuchen sich selbst als Laboranten.

Gemeinsam kochen

Auch von den Küchen wird Gebrauch gemacht. Für das Projekt „Gemeinsam gesund kochen – so wie in Spanien“ zauberten die Schüler u.a. Tortillas de patatas und Merluza a la gallega (Seehecht).

Um das Miteinander zu stärken und sich gegenseitig besser kennen zu lernen, werden je nach Schule auch Aktivitäten wie gemeinsamer Sport oder Führungen durch die Schule angeboten.

Zu Abend essen die Schüler zusammen oder bei ihren Gastfamilien. Bei einer Familie zu wohnen, hat den Vorteil, dass die Schüler die Kultur und Traditionen kennen lernen und sich mit den Gastgeschwistern und Gasteltern austauschen können. Am Ende des Projekts werden die Ergebnisse der Arbeit präsentiert und besprochen - die Arbeitssprache ist Englisch.

Regeln

Für die Jugendlichen, die mit ihren Lehrern anreisen, ist das Ganze eine Schulveranstaltung, was bedeutet, dass gewisse Regeln einzuhalten sind. Es wird klargestellt, dass sie sich gut benehmen müssen und Alkohol und Zigaretten tabu sind, außerdem müssen sie während der Arbeitszeit anwesend sein und dürfen nicht im Alleingang das Gastland erkunden.

Dank der Förderung der EU sind diese Forschungsprojekte für die Schüler erschwinglich. Reise-, Quartier- (Familien oder Jugendherbergen) und Sachkosten innerhalb des Projekts werden fast gänzlich abgedeckt, sodass nur ein kleiner Betrag von den Jugendlichen zu zahlen ist.

Neben dem Aspekt der Bildung – und vor allem auch dem der Weiterbildung, da in manchen Bereichen das Wissen über dem des allgemeinen Schulwissens liegt – werden die Teamfähigkeit und das internationale Zusammenarbeiten gefördert, was den Schülern eine gute Möglichkeit gibt, für ihre Zukunft Ideen und Erfahrungen zu sammeln, sowie Freundschaften und Kontakte zu knüpfen.

Anabel Kammerlander

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