© /Daniela Davidovits

Computer
01/20/2016

CoderDojo: Programmierclubs für Kinder

Im Workshop probieren Kinder aus, wie spannend es ist, am Computer zu arbeiten.

Julians (9) und Simons (10) Lieblingsspiel am Computer heißt "Rechenmeister 3000". Zwei Zahlen addieren, dann sagt der Computer richtig oder falsch. Am Ende wissen die Spieler, ob sie richtig gut sind. Dann hören sie: "Du bist der Rechenmeister!" Die Stimmen sind jene von Julian und Simon selbst. Die beiden Jungs haben sich das Spiel selbst ausgedacht, selbst programmiert und den Ton selbst eingesprochen.

Bei der webbasierten Software Scratch lernen Kinder die andere Seite der Computerspiele kennen: Nicht nur konsumieren, sondern selbst erfinden. Mit Scratch können Kinder selbst Spiele programmieren, animierte Grußkarten erstellen oder kurze Filme entwickeln. Damit können Kinder sichgratis einloggenund in einem einfachen Baustein-System Programmier-Kenntnisse erwerben. In einem Video auf der Webseite können sie sich das Programm erklären lassen und nach fünf Minuten selbst loslegen. Entwickelt wurde das Programm an der US-Elite-Uni MIT (Massachussetts Institute of Technology).

Weltweit haben sich Computer-Clubs unter dem Dach CoderDojo zusammengeschlossen, die Programmier-Workshops für Kinder und Jugendliche anbieten, bei denen diese ersten Gehversuche professionell unterstützt werden. Der Name kommt vom asiatischen Konzept des Übungsplatzes Dojo, an dem etwas Neues eingeübt werden kann, bis man es gut gelernt hat.

Nun werden auch in Österreich Programmier-Workshops für Kinder angeboten. Wer glaubt, dass bei den Programmier-Workshops lauter kleine Computer-Freaks sitzen, der irrt sich. Auf den T-Shirts, die die Kinder bekommen, steht die wichtigste Workshop-Regel: "One rule: Be cool!"

Programmieren im Workshop und zu Hause

Bei den monatlichen Gratis-Kursen bei UPC geht es darum, Kindern neue Möglichkeiten zu eröffnen. Jedes Kind bekommt einen Computer-Mentor, der hilft und Fragen beantwortet. Koordinatorin Brigitte Kalipcioglu berichtet von der Erfahrungen mit den ersten Workshops: "Die Kinder bekommen einen Eindruck, wie man am Computer arbeitet. Dass Computern nicht nur Spielen bedeutet. Einige von ihnen sind schon Stammgäste."

Seit dem ersten Workshop kommen auch Anousha (8 1/2) und Safia (7) immer wieder. Von Monat zu Monat entwickeln sie ihre Programmierfähigkeiten weiter. Dem Klischee von der computerisierten indischen Familie widerspricht ihre Mutter: "Ich selbst kann damit gar nichts anfangen. Aber Anousha hat sich zu Hause immer wieder hingesetzt und weitergemacht. Es macht ihr total viel Spaß."

Aus einer langen Liste von Befehlen können die Kinder sich ihr Programm zusammenbauen. So erfindet Joel (8) ein Fußball-Spiel, bei dem der Spieler Elfmeterschießen übt. Schließlich verbringt er fast jede freie Minute mit dem Sport. Also liegt es nahe, auch am Computer seinem Hobby nachzugehen. Andere programmieren eine Geburtstagsglückwunschkarte, ein Autorennen oder zeichnen Figuren.

Fachsimpeln

Die Kids beginnen schon mit dem Fachsimpeln: "Du musst nur die Befehle duplizieren, damit das funktioniert." Aha, wundern sich die unwissenden Zuschauer beeindruckt. "Ups, jetzt habe ich es gelöscht!" Das kommt den Erwachsenen schon mehr bekannt vor. Der Mentor springt ein und stellt die Befehle wieder her, damit der ball dorthin rollen kann, wo er hin soll.

Lorenz (10) ist schon ein halber Profi: " Ich war im TGM-Sommercamp zum Roboterbauen und ich spiele gerne Super-Mario." Keines der Kinder berichtet von intensivem Computerspielen zu Hause. Gefragt nach ihren Lieblingsspielen geht es eher um Lego oder Sport.

Am Ende des Workshop präsentieren die Kinder den anderen ihre Programme am großen Schirm. Mit den Games ihrer Playstation oder XBox können die Spiele natürlich nicht mithalten. Aber sie wissen ihre professionellen Computerspiele jetzt noch mehr zu schätzen, findet Jo (8): "Das muss wahnsinnig viel Arbeit sein, ein echtes Spiel zu programmieren."

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