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Brauchtum
03/01/2017

Wie der Aschermittwoch zu seinem Namen kam

... und warum wir zu Beginn der Fastenzeit jede Menge sauren Fisch essen.

von Julia Pfligl

"Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst", spricht der Priester heute im Gottesdienst, während er den Besuchern der Messe ein Kreuz mit Asche auf die Stirn zeichnet. Der katholische Brauch, von dem bereits im Alten Testament die Rede war, erinnert an die Vergänglichkeit und ist eine symbolische Reinigung. Die Asche wird aus geweihten Palmzweigen vom Vorjahr gewonnen – daher leitet sich auch der Name ab.

Der Aschermittwoch markiert den Beginn der 40-tägigen Fastenzeit (eigentlich sind es 46 Tage, die Sonntage werden jedoch nicht mitgezählt): Nach der Faschingszeit werden die Menschen dazu aufgerufen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und ihren Lebensstil bis zum Ostersonntag zu mäßigen. Dieser findet immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling statt. Außerdem erinnert die Fastenzeit an jene Tage, die Jesus betend in der Wüste verbrachte.

Arme-Leute-Essen

Bleibt die Frage: Warum ist ausgerechnet der wichtigste Fasttag des Jahres (gemeinsam mit dem Karfreitag) für ausgiebiges Fisch-Essen bekannt? Die Tradition des Heringsschmauses entwickelte sich, weil der Verzehr von rohem Fleisch früher ein gängiges Verzichtsritual war. Der saure Fisch war günstig und entschlackte nach durchzechten Faschingsnächten den Körper. Der Fisch ist aber nicht nur eine Alternative zu Fleisch, sondern auch ein altes christliches Symbol: Mit den einzelnen Buchstaben des griechischen Wortes lässt sich ein Glaubensbekenntnis bilden. In Zeiten der Verfolgung erkannten Christen einander, indem sie einen Fisch in den Boden zeichneten. Heute kleben viele Gläubige einen Fisch auf die Heckscheibe ihres Autos.

Einen besonderen Service bietet die katholische Kirche: Wer möchte, erhält bis zum Karsamstag jeden Tag ein SMS mit Gedanken von Papst Franziskus – eine "Einladung zur Entschleunigung und Konzentration auf das Wesentliche", heißt es aus dem Vatikan.

Info: Die Anmeldung ist kostenlos und erfolgt per SMS mit dem Kennwort "Papst" an 0664/6606651.

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