Der Homo naledi, Sternen-Mensch (benannt nach der Rising-Star-Höhle), hatte ein nur orangengroßes Gehirn.

© APA/EPA/Brett Eloff / WITS UNIVERSITY / HANDOUT

Kür
12/17/2015

Die wissenschaftlichen Highlights 2015

Das Fachmagazin Science kürte die wichtigsten wissenschaftlichen Durchbrüche des Jahres 2015.

von Sandra Lumetsberger

Sie könnte Insekten genetisch so verändern, dass sie künftig keine Krankheiten mehr übertragen – die Gen-Schere "Crispr" wurde zur größten wissenschaftlichen Errungenschaft des Jahres gekürt. Sie ermöglicht es, das Erbgut sämtlicher Organismen, wie Bakterien, Tiere, Pflanzen und Menschen, effektiv zu verändern. Forscher können Gene ausschalten, defekte durch korrekte DNA-Teile ersetzen oder neue Gensequenzen einfügen. Kritisiert wurden aber chinesische Forscher, die mit "Crispr" sogar menschliche Embryonen gentechnisch verändert hatten.

Zu den weiteren Durchbrüchen 2015 gehören:

Erkundung der Zwergplaneten: Die NASA-Sonde "Dawn" besucht mit Ceres im März den ersten Zwergplaneten im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Im Sommer passiert die "New Horizons"-Mission den Eiszwerg Pluto. Die Sonden schicken Daten und Bilder von Kratern, Gebirgsketten und Eisbergen.

Ein Vorfahre der Indianer: Eine Genanalyse klärt die Herkunft des etwa 8500 Jahre alten "Kennewick-Mannes": Er ist tatsächlich eng mit amerikanischen Ureinwohnern im US-Staat Washington verwandt. Die Studie bestätigt auch, dass die amerikanischen Ureinwohner direkt von Asiaten abstammen, die vor 15.000 Jahren die Beringstraße überquerten.

Impfstoff gegen Ebola: In einer ersten Studie in Guinea zeigt sich, dass er zu 75 bis 100 Prozent wirkt. Forscher der kanadischen Gesundheitsbehörde haben VSV-ZEBOV aus einem ungefährlichen Virus entwickelt, in das sie Ebola-Gene für Oberflächenproteine gesetzt hatten.

Eine neue Menschenart:In Südafrika entdecken Forscher Knochenteile einer bisher unbekannten Menschenart. Der Homo naledi, Sternen-Mensch (benannt nach der Rising-Star-Höhle), hatte lange Beine und Füße, die denen heutiger Menschen ähneln, aber ein nur orangengroßes Gehirn und stark gebogene Finger, vermutlich zum Klettern. Sein Alter ist unbekannt.

Doppelcheck für Studien: Da sich seit 2011 viele psychologische Studien als fehlerhaft erwiesen, überprüften 270 Psychologen 100 Studien. Nur 39 Prozent bestanden den Doppelcheck. Künftig soll ein neuer, verbindlicher Kanon zum Studienablauf Schwächen verhindern.Riesige Magmakammern Seit Jahrzehnten streiten Geologen, ob große Magmakammern 3000 Kilometer tief ins Erdinnere hinabreichen. Nun haben sie mit neuer Messtechniken 28 Kammern gefunden, die bis zum Boden des Erdmantels hinabreichen.

Schmerzmittelproduzierende Hefe: US-Forscher haben Hefe-Stämme biotechnisch verändert, so dass sie aus Zucker opioidhaltige Schmerzmittel produzieren können.

Lymphsystem im Gehirn: Im Sommer des Jahres entdecken Forscher zufällig, dass das Lymphsystem, ein Netz von Gefäßen zum Transport von Schadstoffen und Immunzellen, auch das Gehirn umfasst.

Fernwirkende Teilchen: Physikern gelingt es, die von Einstein beschriebene "spukhafte Fernwirkung" zweier Quantenteilchen nachzuweisen.

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