Leben
23.04.2018

"Broken Bananah": Mann schreibt Buch über gebrochenen Penis

Für Ross Asdourian wurde der Albtraum Wirklichkeit: Er brach sich sein bestes Stück. Nun hat er ein Buch darüber herausgebracht.

Was viele Männer fürchten, ist Ross Asdourian passiert: Der 32-jährige US-Amerikaner brach sich den Penis – und schrieb ein Buch darüber.

"Es knackte"

Vor etwa drei Jahren traf sich der New Yorker Autor und TV-Produzent mit einer alten Bekannten in einer Bar. Die beiden gingen schließlich zu späterer Stunde zusammen in Asdourians Apartment im Stadtteil East Village in Manhattan.

Sie hatten Sex und "als wir quasi auf der Zielgeraden waren … und ich herausrutschte, und versuchte wieder einzudringen, drückte sie dagegen und es knackte", erinnert sich der 32-Jährige im Interview mit CNN.

Was Asdourian als "Knacken" wahrnahm, war das "Brechen" seines Penis. Genaugenommen ist Begriff "Penisbruch" oder "Penisfraktur" falsch. Mediziner sprechen von einer Penisruptur und meinen damit das Einreißen oder Überdehnen der Schwellkörper des Penis oder des sie umgebenden Bindegewebes. "'Penisfraktur' ist ein gängiger Begriff, aber wenn die Menschen Penisbruch hören, denken sie, dass im Penis ein Knochen ist, aber den gibt es nicht (…) Es handelt sich also um eine Ruptur", führt Urologe Jack Mydlo, Professor an der Temple University, im Gespräch mit CNN aus.

Als Asdourian das "Knacken" hörte, ahnte er sofort, was passiert war. "Ich wusste gleich, dass etwas nicht stimmte und ich habe den Notfallplan abgespult. Ich habe durch den Schmerz geatmet, mich umgedreht, das Licht angemacht und die Rettung gerufen."

 

Stigma und Scham

Die Penisruptur ist ein seltenes Phänomen. Mydlo zufolge ist die Dunkelziffer jedoch womöglich groß, da viele Männer die Ruptur nicht als diese erkennen – oder sich schlichtweg zu sehr schämen, um einen Experten aufzusuchen. Mydlo, der zwei Arztpraxen in New York und Philadelphia leitet, berichtet von ein bis zwei Patienten pro Monat.

"Das Traurige ist, dass viele Patienten sich meistens zu sehr schämen, um zum Arzt oder in die Notaufnahmen zu gehen. In der Regel sind es junge Menschen, deren Leben noch vor ihnen liegt. Warum sollten sie still leiden? Es sollte niemandem peinlich sein. Es passiert eben. Lasst es uns einfach wieder in Ordnung bringen", appelliert er an Betroffene.

In der medizinischen Fachliteratur sind seit 1935 über 1300 Penisrupturen erfasst. Das ergab eine Studie im Jahr 2002. Der Erhebung zufolge ereigneten sich über die Hälfte der Fälle in Ländern deren Bevölkerung mehrheitlich muslimisch ist. Dort würden Männer oft zu drastischen Mitteln greifen, um ihre Erektion zu verbergen. "Vor allem im Nahen Osten versuchen Männer ihre Erektion loszuwerden, weil sie sich dafür schämen", weiß Rajveer Purohit, Leiter der Abteilung für Urologie am Mount Sinai Hospital in New York und Asdourians behandelnder Arzt.

In anderen Teilen der Welt ist die Penisruptur meist das Ergebnis bestimmter Sexstellungen. Sitzt die Frau beim Geschlechtsverkehr auf dem Mann, ist das Risiko besonders hoch. Auch wenn der Mann mit dem Penis gegen das Schambein der Frau stößt, kommt es häufig zur Ruptur.

Asdourian wurde nach dem Eintreffen in der Notaufnahme des Weill Cornell Medical Center von Urologen versorgt. Im Zuge einer Harnröhren- und Blasenspiegelung wurden die entsprechenden Organe untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass Asdourians Harnröhre eingerissen war – ein medizinischer Notfall, der unbehandelt zu Komplikationen führen kann. Am nächsten Tag wurde Asdourian drei Stunden lang operiert. Nach vier Wochen war die Funktion der Harnröhre wieder vollständig hergestellt, nach wenigen Monaten konnte Asdourian wieder Geschlechtsverkehr haben.

Infolge der Penisruptur kommt es zu einer ausgedehnten Schwellung durch einen Bluterguss. Eine sofortige Operation senkt die Häufigkeit an Komplikationen der Penisruptur wie Penisverkrümmung, Harnröhrenverengungen, erektile Dysfunktion und verhindert einen langwierigen Verlauf.

"Broken Bananah"

Seine Erfahrungen hat Asdourian in dem Buch "Broken Bananah" niedergeschrieben. Er plädiert darin für einen offenen Umgang mit Sexualität – und dafür, das Leben nicht so ernst zu nehmen: "Ich hoffe, dass das Buch die Menschen erreicht und sie zum Lachen bringt, in einer Zeit, in der den Menschen nicht immer zum Lachen zumute ist."