Leben
03.02.2012

Aus vier Mobilfunkern werden drei

Drei übernimmt Orange um 1,3 Milliarden Euro. A1 steuert 390 Millionen für Frequenzen und Yesss! bei.

Hutchison 3G Austria, die Tochtergesellschaft des Hongkonger Konzerns "Hutchison Whampoa Limited", hat Freitag Mitternacht bestätigt, dass ein verbindlicher Kaufvertrag über die 100-prozentige Übernahme von Orange Austria von den derzeitigen Eigentümern Mid Europa Partners (MEP) und France Telecom unterzeichnet wurde. Im Zuge der Verkaufs werden bestimmte Frequenzen, Senderstandorte, Urheberrechte sowie der Mobil-Discounter Yesss! umgehend nach Verkaufsabschluss an die Telekom Austria Group (TA) verkauft. Die futurezone hatte bereits Ende November über die Einzelheiten des Deals berichtet. Dieser muss nun noch von der EU-Wettbewerbsbehörde genehmigt werden, womit frühestens im Sommer 2012 zu rechnen ist. Realistischerweise wird das so genannte "Closing" erst im Herbst über die Bühne gehen. Bis dahin werden die Geschäfte sowohl bei Drei als auch Orange weiter geführt wie bisher.

Der 1,37-Milliarden-Euro-Deal

Insgesamt zahlt Drei für Orange Austria 1,3 Milliarden Euro. 910 Millionen Euro zahlt Drei aus eigener Tasche, 390 Millionen Euro steuert die Telekom Austria Group bei. Drei ist überzeugt, dass durch den Zusammenschluss langfristig Kosten- und Investitionssynergien im Wert von mindestens 500 Millionen Euro zu erzielen sind. Abhängig vom Erfolg des Integrationsprozesses hat Drei bis 2014 eine Zahlung von bis zu 70 Millionen Euro an den derzeitigen Mehrheitseigentümer von Orange, MEP, zu leisten. Was unter "Erfolg des Integrationsprozesses" zu verstehen ist, wird Drei-Chef Ian Trionow bei der Pressekonferenz am Freitag vormittag bekannt geben.

Verhandlungen seit Sommer 2011

An dem Deal wird bereits seit Sommer getüftelt, während  Übernahme-Gerüchte T-Mobile/Orange gewälzt wurden, wurde hinter den Kulissen bereits alles in Richtung Verkauf an Drei vorbereitet. Anfang September hat der Hongkonger Milliardär und Hutchison Whampoa Limited- und somit Drei-Eigentümer Li-Ka-Shing grünes Licht für den Orange-Kauf gegeben. Seine rechte Hand, Canning Fok, war Anfang September in Wien, um den Deal mit A1-Chef Hannes Ametsreiter zu besprechen. Fix war der Deal eigentlich bereits seit Dezember, die Vertragserstellung gestaltete sich aber schwieriger als geplant, da in den Kauf insgesamt drei Anwaltskanzleien involviert waren, die, so ein Insider zur futurezone, "bei jedem Beistrich diskutiert haben".

Wie genau Drei sich nun im Ranking der österreichischen Mobilfunkbetreiber verbessert, welche weiteren Expansions-Ziele es gibt und wie Orange-Kunden von der Übernahme profitieren sollen, lesen Sie auf futurezone.at.

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