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Büros im Garten
07/17/2013

Arbeitsplatz im Grünen

In Bäumen, Kugel oder Box – der Trend geht zur Designerzelle.

Klappt man ein Segment der Kugel nach oben, ist der Zugang frei zu einem Einraum-Büro. In dem kleinen Raum von gerade drei Metern im Durchmesser wurde ein ganzes Office untergebracht. Eine Riesenhand scheint die Kugel auf den Rasen im Garten gerollt zu haben. Jetzt sitzt sie hier fest auf Betonblöcken, nahe dem Wohnhaus und doch weit genug davon entfernt, dass man darin in Ruhe arbeiten kann.

Das „Archipod“ genannte Objekt wird in England produziert, ist aus Holz gefertigt und will effizient, ergonomisch und ungewöhnlich sein. Im Gegensatz zu anderen Büroeinheiten ist „Archipod“ aber nicht von coolem futuristischen Aussehen. Dank der Verkleidung mit schönen Holzschindeln wirkt er ein wenig wie vom Land, so, als hätten ihn Riesenkinder frisch aus dem Wald herangeschleppt. Angeliefert wird die Kugel in Einzelelementen von moderaten Ausmaßen, sodass man sie durch die Eingangstüre in das Wohnhaus und weiter in den Hinterhof transportieren kann. „Backyard Offices“ haben in den USA und in England bereits Karriere gemacht, jetzt ist der Trend zum Büro in Mini-Häusern auch in Mitteleuropa angekommen, wie das zum Beispiel das Angebot von „Ecospace“ in Bayern zeigt.

Klimafreundliche Idee

Ihr ökologischer Vorteil liegt darin, dass sie – bedingt durch ihre geringen Ausmaße und die Verwendung nachhaltiger Baumaterialien – wenig Energie verbrauchen und klimafreundlich sind. „In den letzten zehn Jahren“, meint Gartenexpertin und Unternehmensberaterin Elisabeth Plitzka, „ist der Anteil der Menschen stark gewachsen, die Nachhaltigkeit auch im eigenen Tun, sowohl im privaten Alltag als auch im Berufsleben, suchen. Es dürfte ein Drittel der Bevölkerung sein.“

Ein spektakuläres Beispiel befindet sich bei St. Veit an der Glan in Form eines Baumhauses. In zwölf Metern Höhe sitzt es in den Fichtenstämmen. Es ist nicht eine der üblichen Bretterbuden für Robinson-Spiele, sondern eine Villa in den Kronen. Auf der 40 Quadratmeter großen Plattform wurde ein „Salon“ eingerichtet, in dem sich bis zu zehn Personen gleichzeitig aufhalten können. Es gibt ein WC mit Verbindung zu einer Pflanzenkläranlage. Ein Stockwerk höher lädt eine Badewanne im Freien zum Verweilen mit Blick in den Sternenhimmel ein. Das Baumhaus auf dem Gelände des „Seminardoms Aurora“ trägt bis heute die Handschrift seines verstorbenen Begründers Christian Kobau. Der „Salon“ wird nach wie vor auch als Seminarraum genutzt. Nicht zwischen Himmel und Erde, sondern auf festem Boden steht eine österreichische Variante der Gartenhäuser des neuen Typs. Auf dem Gelände der „Kittenberger Erlebnisgärten“ im niederösterreichischen Schiltern kann man das „Gartenstudio“ erkunden. Es besteht aus einem 15 Quadratmeter großen Innenraum und einer ebenso großen überdachten, seitlich verglasten Terrasse.

Ganzjährig nutzbar, wird es ab 32.000 Euro als Chill-out-Lounge, Gästehaus, Atelier oder Büro verkauft. Marktanalysen zeigen, dass die Gartenbüro-Lösung besonders für Frauen interessant ist, die Beruf und Familie unter einen Hut bringen. Möglicherweise hat man eine Marktlücke entdeckt. Selbstständigen und Arbeitnehmern, die von zu Hause aus ihr Pensum liefern, scheint es oft schlüssiger, bei Raumnot ein freistehendes Garten-Office zu kaufen, statt den Dachboden auszubauen zu lassen.

Tauschgeschäft

Das englische Unternehmen „Office Pod“, das extra coole Gartenbüros im Mac-Look aus recycleten Materialien anbietet, will ein Leasing-Angebot starten. Man will Firmen überzeugen, die kleinen Büroeinheiten für ihre zu Hause arbeitenden Mitarbeiter zu leasen, um diesen den Umstieg in die Heimarbeit schmackhaft zu machen. Fallweise auch nach dem Motto: tausche Dienstauto gegen Gartenbüro.

Dadurch könnte man auch das Pendlertum zwischen dem Speckgürtel der Städte und den Arbeitsplätzen in der City in den Griff bekommen, sehr zum Nutzen von Klima und Umwelt. Gegenüber der Standard-Arbeitssituation in den Firmenbüros sollen pro Jahr und Mitarbeiter, der über ein Büro in einem „Office Pod“ verfügt, satte 63 Prozent an -Belastung eingespart werden können.

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