Symbolbild

© Getty Images/wakila/iStockphoto

Texas
03/14/2017

Politikerin will onanierende Männer strafen

Die demokratische US-Abgeordnete Jessica Farrar will mit dem Gesetzesentwurf auf die Hürden hinweisen, vor denen Frauen im amerikanischen Gesundheitssystem stehen.

von Elisabeth Mittendorfer

Die Abgeordnete Jessica Farrar hat dem Senat des US-Bundesstaates Texas einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der eine Strafe von 100 Dollar (rund 94 Euro) für Männer vorsieht, die "außerhalb von Spitälern und anderen medizinischen Einrichtungen" masturbieren. Genauer wird dieser Vorgang darin als "unregulierte masturbatorische Emissionen" bezeichnet. Der Gesetzesentwurf ziele darauf ab, die Gesundheit von Männern sowie ungeborenes Leben zu schützen.

Vor allem aber will die Demokratin Farrar mit dem Gesetzesentwurf zeigen, wie unterschiedlich Männer und Frauen von der US-amerikanischen Gesetzgebung behandelt werden, insbesondere wenn es um Gesundheitsthemen geht. Das zeige sich zum Beispiel an den Hürden, die Frauen nehmen müssen, wenn sie eine legale Abtreibung in Texas durchführen lassen wollen. "Viele Menschen finden den Gesetzesentwurf lustig", sagte Farrar zu der lokalen Nachrichtenseite mysanantonio.com. "Gar nicht lustig hingegen sind die Hindernisse, die von der Gesetzgebung eingeführt wurden und mit denen texanische Frauen jeden Tag konfrontiert sind und die ihnen den Zugang zur Gesundheitsversorgung erschweren."

Geschlechterrollen umgedreht

In dem Gesetzesentwurf wird außerdem auf das Recht von Ärztinnen verwiesen, ihren Patienten "aus persönlichen, moralischen Gründen" Vasektomien oder die Verschreibung von Viagra zu verweigern. Damit bedient sich Farrar jenes Wortlauts, der auch in Abtreibungsgesetzen zu finden ist. So wie es für Frauen in Texas und anderen US-Bundesstaaten unter dem Titel "A Woman's Right To Know" (Das Recht einer Frau auf Information) verpflichtend ist, dass ihnen vor Beendigung der Schwangerschaft eine abtreibungskritische Broschüre ausgehändigt wird, fordert Farrar etwas Ähnliches mit einem "A Man's Right To Know". Zum Beispiel sollen sie bei einer Vasektomie mit einer "künstlerisch-bildlichen Darstellung der Prozedur" konfrontiert werden. Farrar ist bewusst, dass das eingebrachte Gesetz nicht beschlossen und wahrscheinlich als sinnlos abgelehnt wird. Es soll aber ein Denkzettel für all jene republikanischen Abgeordneten sein, die sich in der Vergangenheit immer wieder für noch striktere Abtreibungsgesetze ausgesprochen haben.

Schwierige Lage in Texas

Generell gilt Texas was Abtreibung betrifft als schwieriges Pflaster für Frauen (mehr dazu hier). Seit dem 19. November ist es im US-Bundesstaat Texas verboten, die Überreste von Fehlgeburten oder Abtreibungen zu entsorgen. Stattdessen müssen die Föten oder Fötenteile beerdigt oder eingeäschert werden. Obwohl Abtreibungen in Texas nach wie vor legal sind, betonen Kritiker, dass der Zugang zu Abtreibungen durch diese Vorschrift für Frauen erneut erschwert werde. 2016 wurde bereits ein Gesetz verabschiedet, welches alle Frauen, die eine Abtreibung durchführen lassen wollen, als Minderjährige einstuft, bis sie mittels Identitätsnachweis das Gegenteil belegen. Seit 2011 müssen Frauen zudem zwei Mal eine Abtreibungsklinik besuchen, bevor die Abtreibung legal durchgeführt werden kann.

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