Leben 12.03.2018

26-Jährige machte 10.000 Dollar Schulden für Instagram

Bildnummer: 884003796 Shot of young beautiful female friends taking a selfie at the beach Attraktive Frau, Badebekleidung, Bik… © Bild: Getty Images/iStockphoto/PeopleImages/iStockphoto

Die 26-jährige Lisette Calveiro bereut es heute, so viel Geld sinnlos ausgegeben zu haben.

Shopping, Luxusreisen und teure Restaurantbesuche: So in etwa scheint sich das Leben von so genannten Instagram-Stars zu gestalten, wenn man deren Bildern auf der Fotobloggingplattform Glauben schenkt. Doch Schein und Sein klaffen in den sozialen Medien oft weit auseinander. Besonders schmerzhaft musste das die 26-jährige Lisette Calveiro erfahren, wie sie in einem Interview mit der New York Post berichtet.

Calveiro hatte es sich zum Ziel gesetzt, eine erfolgreiche Influencerin zu werden, also von Firmen dafür bezahlt zu werden, deren Produkte auf ihrem Account zu promoten. Dafür hatte sie jedoch das Gefühl, zunächst einmal jede Menge Geld in ihren Lifestyle investieren zu müssen, also unter anderem zu reisen und teure Kleidung zu kaufen, um andere Instagram-Nutzer mit Bildern davon beeindrucken zu können. Ihr Praktikanten-Gehalt reichte dafür beim Weitem nicht aus und Calveiro begann, über ihre Verhältnisse zu leben. Die Schulden, die sie dabei machte, wuchsen ihr immer weiter über den Kopf.

Dabei habe sie eigentlich nur die Geschichte eines Millenials in New York erzählten wollen, sagt Calveiro. Obwohl sie nach ihrem Praktikum zurück zu ihren Eltern nach Miami zog, gab sie ihr ganzes Gehalt weiterhin für ihren Auftritt auf Instagram aus, bis sie schließlich mit 10.000 Dollar Schulden dastand.

"Hätte das Geld investieren sollen"

Als sie Ende 2016 schließlich einen PR-Job in Manhatten angeboten bekam und für diesen wieder nach New York zurückziehen sollte, wurde Calveiro bewusst, aus ihrer Scheinwelt ausbrechen und ihre finanziellen Probleme in den Griff bekommen zu müssen. Mithilfe eines Finanzberaters gelang es ihr, ihre Schulden innerhalb der folgenden 14 Monate zurückzubezahlen. Zwar hat Calveiro auch heute noch ein permanentes Bedürfnis nach neuer Kleidung, dieses befriedigt sie aber mit einer Mitgliedschaft bei einem Unternehmen, das Kleider zum Verleih anbietet. "Niemand spricht über seine Finanzen auf Instagram", sagt Calveiro zur New York Post. "Es sorgt mich, wie wichtig Mädchen ihre Darstellung nach außen hin ist." Heute bereut sie es, so viel Geld sinnlos ausgegeben zu haben. "Ich hatte viele Möglichkeiten, Geld zu sparen. Ich hätte das Geld in etwas investieren können."

Negative Auswirkungen auf die Psyche

Erst kürzlich zeigte eine Untersuchung der Royal Society for Public Health, dass Instagram unter allen Social-Media-Kanälen den schlechtesten Einfluss auf die Psyche hat. Demnach fügt die Plattform Nutzerinnen und Nutzern vor allem Schaden in den Bereichen Körperbild und Selbstwahrnehmung zu. Die Nutzung hat auch einen nachteiligen Effekt auf den Schlaf der User und verstärkt das Gefühl der Nutzer, etwas im Leben zu verpassen (mehr dazu hier).

( kurier.at , elmo ) Erstellt am 12.03.2018