Thomas Röske (links), Leiter der Heidelberger Sammlung Prinzhorn, Johann Feilacher (Mitte), künstlerischer Leiter des Museum Gugging und Werner Rosenberger (rechts), KURIER.

© Ludwig Schedl/Gugging, KURIER/Gilbert Novy

kurierveranstaltungen
10/02/2019

KURIER Matinée im museum gugging | Sonntag, 27. Oktober 2019

Kunst, die aus der Psychiatrie kommt. Besuchen Sie die Matinée mit Expertentalk und Führung am Sonntag, 27. Oktober 2019.

von KURIER Marketing

Zwei Institutionen stehen im deutschsprachigen Raum für Kunst, die aus der Psychatrie kommt: Die Sammlung Prinzhorn und Gugging. Die historische Sammlung Prinzhorn hat eine eigene Geschichte, die auf das Interesse und den Einsatz des Psychiaters Hans Prinzhorn zurückgeht. Dass die Künstlergruppe aus Gugging entstand, wurde durch das Engagement des Psychiaters Leo Navratil und seines Nachfolgers Johann Feilacher möglich, die das außerordentliche Talent einiger Patienten entdeckten.Sowohl die Sammlung Prinzhorn als auch die Künstler aus Gugging faszinierten und inspirierten die künstlerische Avantgarde bis zum heutigen Tag.
Die zwei Kapazitäten Thomas Röske, Leiter der Heidelberger Sammlung Prinzhorn und Johann Feilacher, künstlerischer Leiter des museum gugging sprechen mit KURIER-Kulturredakteur Werner Rosenberger über ihre Forschungen und Erfahrungen.

Ablauf:

Einlass: ab 10:00 Uhr
Gespräch: 11:00 Uhr (freie Platzwahl in der Ausstellungshalle)

Nach der Diskussion führen Johann Feilacher und Thomas Röske persönlich durch die Ausstellungdie sammlung prinzhorn.! art brut vor der art brut.

Sonntag, 27. Oktober 2019 | 11:00 Uhr

museum gugging
Am Campus 2
3400 Maria Gugging

Ticketpreis Talk plus Führung regulär € 12,-
KURIER CLUB Premium-Mitglieder: € 10,-*

*Info zur KURIER CLUB-Mitgliedschaft: www.kurierclub.at oder
05 9030-777

Sonderausstellung im museum gugging
die sammlung prinzhorn.! art brut vor der art brut

Die Sammlung Prinzhorn ist wohl die bedeutendste Kollektion mit Werken von Menschen, die am Beginn des 20. Jahrhunderts ihr Leben in einer psychiatrischen Anstalt verbrachten. Hans Prinzhorn, Assistent an der Heidelberger psychiatrischen Klinik, Kunsthistoriker und „Lebensabenteurer“, erweiterte die Sammlung des Klinikleiters Emil Kraepelin, indem er bei vielen deutschsprachigen Kliniken Europas Arbeiten von deren Insassen erbat. Bis 1921 erhielt er rund 4500 Zeichnungen und Objekte, die er selbst archivierte. Erst nach seinem Abgang aus Heidelberg erschien im Springer Verlag 1922 sein Buch „Bildnerei der Geisteskranken“, das zur „Bibel der Surrealisten“ (Werner Spies) werden sollte.

Obwohl viele Werke aus dieser Sammlung inzwischen oft und vielerorts gezeigt wurden, ist es dem museum gugging möglich, Zeichnungen zu präsentieren, die Prinzhorn selbst nicht ausgestellt hat und die seit 1921 im Archiv liegen.

Diese Schau zeigt einerseits die „10 Meister“ des Buches, der Schwerpunkt liegt jedoch auf Un- oder Wenig-Bekanntem, das den Besucher in die Schaffenswelt von internierten Menschen am Beginn des 20. Jahrhunderts entführt. Zu den künstlerisch interessantesten Talenten gehört dabei Else Blankenhorn, die zur Leitfigur dieser Ausstellung geworden ist.

Der erst in den Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts vom französischen Künstler und Sammler Jean Dubuffet geprägte Begriff Art Brut trifft auch auf alle schon lange davor kulturell unbeeinflusst geschaffenen Werke zu. So auch auf jene der Sammlung Prinzhorn, die vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1921 gesammelt wurden. Es ist also Art Brut vor (dem Begriff) der Art Brut