Zwölfjährige Opernkomponis­tin: "Alle Kinder lieben Melodien"

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Foto: /Wiener Staatsoper / Michael Pöhn Alma Deutscher auf der "Cinderella"-Bühne

Die Britin Alma Deutscher machte ihre Oper "Cinderella" für die Staatsoper kindertauglich.

"Ja, klar, ich habe sie hier!"

Alma Deutscher, zwölfjährige britische Komponistin, hält ihre Springschnur hoch und lacht. Die sieht aus, wie man sich die Springschnur einer Zwölfjährigen vorstellt, mit künstlichen Farben und lustigen Quasteln. Ist aber vielleicht wichtiger als anderes derartiges Kinderspielzeug: Die junge Britin hat ihre besten musikalischen Einfälle dann, wenn sie hüpft. Die Springschnur ist dazu notwendiges Mittel.

Ob sie da eh welche auf Vorrat gekauft hat, nicht, dass die Komponistinnenzukunft einst an der mangelnden Verfügbarkeit scheitere, fragt der KURIER. "Ja, ich habe 20 davon im Kasten zu Hause", sagt Deutscher.

Und lacht.

Es fällt schwer, ihr nicht das (später Schwierigkeiten versprechende) Label Wunderkind umzuhängen. Sie hat in jungen Jahren schon mehr gemacht, als andere in ihrem ganzen Leben. Am Sonntag wird Deutschers Oper "Cinderella" durch die Wiener Staatsoper in der Walfischgasse zur Premiere gebracht. Sie selbst spielt dabei zuerst Geige und dann Klavier.

Jetzt kindertauglich

Und sie musste für die neue Wiener Fassung, die sich an Volksschulkinder richtet, ihre eigene Oper kindertauglich machen. Von zweieinhalb auf eineinviertel Stunden Spieldauer hat sie die vom Aschenputtel inspirierte Oper (die Stiefmutter ist hier Operndirektorin!) reduziert. "Das war richtig schmerzvoll!", ruft Deutscher, die über den gesamten Medientermin mit viel Energie Spaß an der Sache signalisiert. Und ergänzt einen beachtlichen Satz: "Ich hoffe, dass Kinder das wirklich mögen."

Denn sie wünsche sich "wirklich, wirklich", dass sich jene Kinder, die ihre Opern hören, dadurch der klassischen Musik annähern. "Alle Kinder lieben Melodien. Und die meisten Erwachsenen auch." Da biete sich die Orchestermusik an.

Sie selbst hatte mit drei Jahren – "da war ich wirklich jung!" – ein Strauss-Stück gehört. "Ich habe es geliebt! Es war so schön! Ich habe meine Eltern gefragt, warum Musik so schön sein kann."

Hatten die eine Antwort?

"Ich kann mich nicht erinnern", sagt sie und lacht.

"Ich habe", sagt ihr Vater, "Alma alles über Musik beigebracht, was ich weiß. Das hat drei Wochen gedauert."

Seitdem ist Deutscher international bekannt geworden, ein Tausendsassa mit großen Plänen.

Als Nächstes, sagt sie, will sie "irgendwas zwischen Musical und Operette" komponieren, vielleicht einen (künstlerischen) Wettstreit zwischen einem Buben und einem Mädchen.

Und eine Symphonie fertig stellen, von der es bereits einen Satz gibt. "Und ich habe ein Buch geschrieben, daraus soll ein Film werden."

Und die Musik zum Film, die ist auch von ihr?

"Natürlich."

Infos zur Wien-Premiere

Alma Deutschers „Cinderella“: Die Oper der zwölfjährigen Britin hat bereits die zweite Wien-Premiere, diesmal als Kinderoper. Am Sonntag (11 Uhr) kommt diese „Wiener Fassung für Kinder“ in der Walfischgasse, der von der Staatsoper bespielten Studio-Spielstätte, erstmals zur Aufführung.

Regie führt Birgit Kajtna, am Pult steht Stefano Ragusini. Es gibt mehrere Besetzungen (in der Titelrolle u.a. Bryony Dwyer und Ileana Tonca) und viele Termine bis Mai. Info und Karten unter www.wiener-staatsoper.at

(kurier) Erstellt am
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