Kultur
02.02.2018

Zahlenmaterial: Bitterer Besucherschwund im MAK und 21er Haus

Bilanz der Museen in Wien: In der Regel wurden 2017 Besucherrekorde gebrochen.

Für den Wiener Tourismus war 2017 ein extrem gutes Jahr: Mit einem Plus von 3,7 Prozent auf 15,51 Millionen Nächtigungen wurde, wie Tourismusdirektor Norbert Kettner bekannt gab, der Rekord gebrochen. Daher konnten auch die Bundesmuseen, die sich – abgesehen von Schloss Ambras, einer Dependance des Kunsthistorischen Museums – samt und sonders in der Hauptstadt befinden, Rekorde erzielen.

Die Zahl der Besucher oder Besuche (da gibt es keine Klarheit) stieg von 5,27 Millionen auf 5,63 Millionen, der Anteil der voll bezahlten Tickets sogar um 14 Prozent auf 2,1 Millionen. Dass der Tourismus für den Höhenflug mitverantwortlich ist, zeigt sich an der schon ziemlich verstaubten Schatzkammer des KHM in der Hofburg mit einem Besucherzuwachs von 229.978 auf 250.194.

Die Rangliste 2017 führt das Belvedere mit 1,43 Millionen Besuchern an, knapp gefolgt vom Kunsthistorischen Museum mit 1,42 Millionen. Interessant ist der Blick auf die Details. Höchst erfolgreich war im Falle des Belvederes das Obere als Gustav-Klimt-"Profitcenter"; die Besucherzahl explodierte förmlich von 805.199 auf 948.178. An den weiteren Standorten gab es Rückgänge: Im Unteren Belvedere (noch großteils programmiert von Agnes Husslein) von 348.832 auf 337.968, im Winterpalais (das nun nicht mehr zum Belvedere gehört) von 86.272 auf 74.149 und – besonders schmerzlich – im 21er Haus von 89.186 auf nur 66.930 Besucher.

Das KHM konnte im Hauptgebäude am Ring wieder zulegen (von 700.901 auf 727.269), das erst im Herbst wiedereröffnete Weltmuseum trug 60.909 Besucher zum Gesamtergebnis bei. Ärgerlich bleibt weiterhin, dass alle Menschen, die ihre Nase in den frei zugänglichen Theseustempel stecken, als Besucher gezählt werden – 2017 besserte das KHM die Zahl damit um 93.881 auf.

Die Albertina meldete ein Plus von zwölf Prozent auf 792.471 Besucher; die Nationalbibliothek konnte die Zahl um satte 23 Prozent auf 438.963 steigern. Und das Mumok registrierte einen zehnprozentigen Zuwachs (auf 228.263 Besucher). Ein Plus von sieben Prozent verbuchten das Naturhistorische Museum (von 706.480 auf 757.173 Besucher) und das Technische Museum (von 365.633 auf 391.641).

Das MAK hingegen hatte einen Besucherschwund hinzunehmen – um sieben Prozent von 182.049 auf nur 169.253. Direktor Christoph Thun-Hohenstein sprach dennoch von einer "gewaltigen Leistung". Denn 2016 war mit der "Happy Show" von Stefan Sagmeister quasi ein Ausreißer nach oben – und 2017 das zweitbeste Jahr seit 2012, dem Ende der Besucherbilanztricksereien.

Nicht einmal 170.000 Besucher sind trotzdem herb. Selbst das Heeresgeschichtliche Museum (das aufgrund anderer Ressortzugehörigkeit nicht als Bundesmuseum gilt), verzeichnete 248.129 Besucher – ebenfalls Rekord. Und das Museum Leopold – als Stiftung kein Bundesmuseum – kam auf 380.597 Besucher. Ein neuer Spitzenwert. Und weil’s gar so schön ist: Rekordzahlen meldeten auch mehrere Wiener Institutionen, darunter das Jüdische Museum (129.535 Besucher), das Freud Museum (106.315 Besucher) und das KunstHausWien (120.146 Besucher). Vom Wien Museum vernahm man nichts.