Wrabetz: Von Döbling auf den Küniglberg

Die Generaldirektoren-Wahl am 9. August kannte nur eine Richtung: Wrabetz
Foto: APA

Keine Ecken, kaum Kanten, immer verständnisvoll: So charakterisieren seine Verhandlungspartner Alexander Wrabetz.

Seine Strategie? "Die konfliktvermeidende Selbstbehauptung", sagt ein hochrangiger ORF -Mitarbeiter über Wrabetz. "Die Art, sich nicht festzulegen, kann mühsam sein. Für ihn ist das aber schlau: Er schirmt sich gegen Leute ab, die Einfluss wollen. Er hört sich alles an, nickt verständnisvoll, man glaubt: Genau so wird er es machen. Und dann macht er es ganz anders." Keine Ecken, kaum Kanten, immer verständnisvoll: So charakterisieren die Verhandlungspartner Wrabetz.

"Daktari"

Als Kind sieht der heute 51-Jährige im TV gern "Daktari", er wächst in einem FPÖ-nahen Elternhaus in Döbling auf, schlägt aber wie sein Bruder eine SPÖ-Karriere ein (Bernd Wrabetz war im Kabinett von Bundeskanzler Alfred Gusenbauer außenpolitischer Berater). Alexander Wrabetz wird durch die Anti-AKW-Bewegung politisiert, er studiert Jus und sammelt im Landesstudio Wien erste ORF -Erfahrungen.

1983 wird er Vorsitzender der roten Studentenfraktion VSStÖ und organisiert den Vorzugsstimmenwahlkampf des heutigen SPÖ-Klubchefs Josef Cap. Er arbeitet im Bankensektor und für die ÖIAG, 1994 kehrt er in den ORF zurück: Er zieht für die SPÖ ins Kuratorium ein, dem Vorgänger des heutigen Stiftungsrates. 1998 wird er Kaufmännischer Direktor, 2006 Generaldirektor. Er wohnt mit seiner Frau und den drei Kindern in Döbling. Seine Frau Petra, eine Sport- und Allgemeinmedizinerin, hat über ihn einmal gesagt, er sei Langschläfer. Und manchmal koche er Sonntags - "schnell und unkompliziert wie Jamie Oliver".

(kurier) Erstellt am
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