Frie Leysen bei der Wiener-Festwochen-Pressekonferenz im Dezember

© APA/HERBERT NEUBAUER

Wiener Festwochen
03/05/2014

Schauspielchefin Frie Leysen geht

Es gibt ein einvernehmliches Ende der Zusammenarbeit nach den kommenden Festwochen.

Schauspieldirektorin Frie Leysen wird mit Ende Juni die Wiener Festwochen verlassen. Man habe sich "im besten beiderseitigen Einvernehmen darauf geeinigt, die Zusammenarbeit nach den Wiener Festwochen 2014 zu beenden", gab das Festival am Mittwoch bekannt. Das Schauspielprogramm soll 2015 von Stefan Schmidtke und 2016 von Marina Davydova kuratieren werden.

"Frie Leysen möchte sich beruflich verändern und künstlerisch anderen Horizonten zuwenden. Markus Hinterhäuser und Wolfgang Wais werden den Plänen von Frie Leysen, der sie größte Wertschätzung und Anerkennung entgegenbringen, nicht im Wege stehen", heißt es in der Pressemitteilung. In den vergangenen Wochen war immer wieder kolportiert worden, dass die Schauspielchefin mit der ihrer Meinung nach zu geringen Autonomie innerhalb des Festwochenprogramms unzufrieden war.

Leysen war im August 2012 engagiert worden, nachdem die ursprünglich als stellvertretende Intendantin und Chefkuratorin vorgesehene Berliner Theatermacherin Shermin Langhoff überraschend "aus persönlichen, familiären Gründen" abgesagt hatte.

Karriere

Die 1950 geborene Frie Leysen zählt zu den erfahrensten Persönlichkeiten der internationalen Theaterszene und hat die Grundlagen dazu in ihrer Heimat Belgien gelegt. So baute sie etwa von 1980 bis 1991 das internationale Kunstencentrum deSingel in Antwerpen auf. Und 1992 gründete sie in Brüssel das multidisziplinäre Kunstenfestivaldesarts, das sie über zehn Jahre leitete.

Unter ihrer Ägide wurde das Festival zu einem einflussreichen Player der Festivallandschaft. Daraufhin organisierte Leysen in neun arabischen Städten 2007 das Festival "Meeting Points 5", bevor sie 2010 als Programmdirektorin das Festival "Theater der Welt" in Mülheim und Essen gestaltete. Im Herbst 2012 verantwortete sie dann als künstlerische Leiterin das Festival "Foreign Affairs", die unter dem Dach der Berliner Festspiele stattfindende erste Ausgabe eines genreübergreifenden internationalen Festivals für Theater und performative Künste.

Festwochen

Danach konzentrierte sich Leysen auf die Vorbereitung der Wiener Festwochen, für die sie eigentlich bis 2016 engagiert war. Festwochen-Leiter Markus Hinterhäuser hatte die Belgierin als Ersatz für die ebenfalls vorzeitig ausgeschiedene Shermin Langhoff ins Boot geholt und damals als "meine Wahl" bezeichnet. Er schätze sie nicht nur als Fachfrau, sondern auch als "charakterlich wunderbare Person", als "jemand, mit dem sich herrlich zusammen denken lässt".

Mit dem gemeinsamen Denken dürfte nun bald wieder Schluss sein, verlässt Leysen doch nach der ersten gemeinsamen Ausgabe 2014 die Festwochen schon wieder. "Leysen möchte sich beruflich verändern und künstlerisch anderen Horizonten zuwenden", heißt es dazu vom Festival.

Jedenfalls ist Leysen eine "furchtlose Kämpferin für die Künste" - so zumindest die Stiftung Praemium Erasmianum, die der Theatermacherin Ende Jänner den Erasmus-Preis 2014 zugesprochen hatte. Die Auszeichnung unter der Schirmherrschaft des belgischen Königs ist mit 150.000 Euro dotiert. Wann genau im Herbst der Preis verliehen wird, steht derzeit noch nicht fest - aber Frie Leysen könnte dann wieder Zeit haben.

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