Heather Locklear und Rob Estes besuchen in einer "Melrose Place"-Folge 1997 die Schau "Uncommon Sense".

© Screenshot/(c)Mel Chin Studio

Kultur
09/29/2016

Wie die Konzeptkunst eine Seifenoper eroberte

Künstler schleusten jahrelang kritische Werke in die Serie "Melrose Place" ein. Eine Schau erinnert nun daran.

von Michael Huber

Die Decke, unter der der Womanizer Dr. Peter Burns mit einer Eroberung herumfummelte, war bei genauem Hinsehen mit Bildern entrollter Kondome bedruckt. Der Polster, den sich ein Charakter bei der überstürzten Flucht aus der Wohnung seiner Affäre vors Gemächt hielt, war mit einem stilisierten Bild des Aids-Virus bedruckt.

Unzählige solcher Details schmuggelte die Künstlergruppe namens „Gala Committee“ zwischen 1995 und 1997 in die höchst erfolgreiche TV-Serie „Melrose Place“ ein.
Eine Ausstellung, die heute, Freitag, im New Yorker Galerienviertel Chelsea eröffnet, erinnert an diese fast vergessene Episode künstlerischer Subversion.

Das vom renommierten Konzeptkünstler Mel Chin initiierte Projekt hatte schon einmal einen Moment an der Öffentlichkeit: Die Werke, die die Künstlergruppe in Absprache mit den Set-Designern und mit Duldung des Produzenten Aaron Spelling für die Drehs produzierten, wurden im April 1997 in Los Angeles gezeigt – wobei die Ausstellung wiederum als Setting für eine Episode diente. Nach der Schau wurden die Werke bei Sotheby’s versteigert.

Die neuerliche Aufbereitung in New York, die bis 27. 11. zu sehen ist, fügt dem Projekt nun noch eine weitere Ebene hinzu: Aus der gefinkelten Aktion, die die Grenzen zwischen Kunst und Unterhaltung, Realität und Fiktion aufweichte, wird jetzt auch noch ein Stück Kunstgeschichte.

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