epa03359260 British rock band White Lies performs on stage at the Skanderborg Smukfest Festival in Skanderborg, Denmark, 11 August 2012. EPA/CAMILLA RONDE DENMARK OUT

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Interview White Lies
08/26/2013

Emigriert und gescheitert

Die Rockband White Lies veröffentlicht das Konzeptalbum "Big TV".

von Brigitte Schokarth

Ein Mädchen zieht nach Amerika und scheitert dort. Das ist die Essenz des Konzeptes von „Big TV“, der neuen CD der White Lies.

„Das Mädchen lebt in einem kleinen Ort in Europa“, erläutert Sänger Harry McVeigh im KURIER-Gespräch. „Sie zieht in eine Metropole in Amerika, in der Hoffnung, dass das alle Probleme löst. Aber das tut es nicht. Die Songs beschreiben, wie sie nach und nach realisiert, dass der Umzug kein einziges Problem lösen kann. Und am Ende zieht sie zurück nach Europa.“

Der Grund, warum das britische Trio gerade jetzt mit einem Konzeptalbum auffährt, ist simpel: Die White Lies haben das Album innerhalb weniger Monate in einem Stück aufgenommen, weshalb Bassist und Textautor Charles Cave aus Angst, dass ihm die Ideen ausgehen, ein Thema als Referenzpunkt haben wollte.

Raumflüge

Ähnlich unromantisch sind die Bewegründe der Band, das Album „Big TV“ zu nennen und auf das Cover das Gemälde eines Astronauten zu packen. „,Big TV‘ ist ein Song, der die Stimmung des ganzen Albums spiegelt. Und als Albumtitel klingt die Phrase einfach saugut“, sagt der 25-jährige Sänger.

„Die Verbindung vom Cover zu ,Big TV‘ erkläre ich immer damit, dass all die großen Raumflüge der Geschichte große TV-Ereignisse waren. Aber ehrlich gesagt, ist das Blödsinn. Es hat uns einfach nur dieses Bild, das ein befreundeter Künstler gemalt hat, irrsinnig gut gefallen.“

Ein erstes Jubiläum gibt es mit der Veröffentlichung von auch schon zu feiern: Weil sie vor fünf Jahren in Hoxton in Nordlondon ihr erstes Konzert als White Lies gespielt hatten, kehrten die drei heuer in den dortigen Club zurück. Diesmal mussten sie allerdings drei Mal auftreten – und die Tickets wegen des großen Andrangs trotzdem noch verlosen.

Denn seit das Debütalbum „To Lose My Life ... “ 2009 auf Platz eins der britischen Charts stieg und eine Million Mal verkauft wurde, ist der Breitwand-Rock-Sound ein Publikumsmagnet. Weshalb die White Lies heuer auch beim Glastonbury-Festival auftraten – „schon das zweite Mal“, wie McVeigh stolz verkündet.

Als Meilenstein der Karriere sieht er allerdings weder Glastonbury noch den Gewinn des Kritiker-Preises der Brit-Awards von 2009.

Highlight

„Charts-Platzierungen und Preise sind nichts Reales, nichts, was du erleben kannst. Deshalb war mein Karriere-Highlight unser Auftritt beim Reading-Festival. Denn das war das Festival, zu dem wir nach der Bandgründung immer gemeinsam als Fans gegangen sind. Dabei haben wir uns ausgemalt, wie es sein könnte, selbst auf dieser Bühne zu stehen. Und es dann zu tun – noch dazu vor Tausenden Leuten –, war fabelhaft.“

Die Geschichte der Band: Start mit der falschen Angst

Kennengelernt haben sich Sänger und Gitarrist Harry McVeigh und Bassist Charles Cave mit 14 Jahren in einem Coffeeshop in Ealing in London. Ein Jahr danach begannen sie, gemeinsam Musik zu machen. Caves Schulfreund, Drummer Jack Lawrence-Brown, komplettierte das Line-up. Die Band nannte sich Fear Of Flying (McVeigh: „Keine Ahnung wieso, denn keiner von uns hat Angst vorm Fliegen“) und orientierte sich am Sound der Talking Heads, „der einzige Band, die einen anspruchsvollen und dabei so zeitlosen Sound hatte, dass sie uns und unseren Eltern gefallen konnte“.

Am Sprung von der Schule zur Universität entschieden sich die drei, Fear Of Flying aufzulösen. Jack Lawrence Brown: „Wir hatten neue Songs geschrieben, die ganz anders klangen – viel düsterer und reifer. Das war ein Sound, der nicht mehr zu Fear Of Flying passte. Also entschieden wir uns, eine andere Band zu werden. Und der Name White Lies erschien uns perfekt dafür.“

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