Kultur
12.01.2012

Weniger Besucher im MAK, mehr im NHM

Im MAK und im MUMOK brachen die Besucherzahlen ein, dafür dürfen sich die Nationalbibliothek und das Naturhistorische Museum um mehr Interessierte freuen.

Würden Schlagzeilen automatisch Besucher anziehen, dann hätte das Wiener Museum für Angewandte Kunst (MAK) 2011 ein Rekordjahr erlebt. Doch der Abgang von Direktor Peter Noever, der im Februar wegen Malversationen zurücktrat und im März formell entlassen wurde, hatte den gegenteiligen Effekt: Das Museum verbuchte 2011 einen Besucherrückgang um 18 Prozent.

156.212 Personen kamen 2011 ins Museum (2010: 190.629), das im vergangenen Jahr auch ein eher schmales Sonderausstellungsprogramm hatte: Die große Halle wurde lediglich mit zwei Präsentationen (zu Eva Schlegel und Rudolf Steiner) bespielt, eine Helmut-Lang-Schau wurde wegen Noevers Abgang abgesagt, der Ersatz „Erschaute Bauten“ eröffnete erst im Dezember. „Das MAK befand sich in einer Umbruchssituation, so dass sich das Programm des neuen Direktors erst im Jahr 2012 wieder positiv auswirken kann“, sagt die Pressesprecherin dazu.

Umbau

Im MUMOK, wo Neo-Direktorin Karola Kraus ihr Amt im Oktober 2010 angetreten hatte, gingen die Besucherzahlen 2011 noch drastischer zurück. Der Einbruch von 37,6 Prozent lässt sich aber zum Teil durch die dreimonatige Schließzeit (Juni– August) erklären, die Kraus für einen Umbau nutzte. Auch das Programm im ersten Halbjahr lockte nicht allzu viele Besucher an – man habe mit Florian Pumhösl oder Tacita Dean aber bewusst innovative Positionen zeigen wollen, heißt es aus dem Museum. Bei der Wiedereröffnungsschau „Museum der Wünsche“ zählte das Museum rund 71.000 Besucher. In Summe kamen 148.219 Personen 2011 ins MUMOK (2010: 237.528).

Belvedere und Albertina wollen ihre Besucherzahlen erst heute, Freitag, bzw. am Montag bekannt geben. Das dritte Kunst-Flaggschiff der Bundesmuseen, das Kunsthistorische Museum (KHM), verzeichnete 2011 einen leichten Rückgang: 1.128.754 Personen, rund 5,5 Prozent weniger als 2010 (1.194.101), nutzten die Angebote an diversen Standorten (u. a. Völkerkundemuseum, Theatermuseum, Schloss Ambras).

Zuwächse verbuchten die musealen Bereiche der Nationalbibliothek (241.356 Besucher, ein Plus von 7,1 Prozent) und das Naturhistorische Museum (552.997 Besucher, plus 4,8 Prozent). Das Technische Museum Wien lag mit 295.734 um 9,6 Prozent unter dem Wert von 2010, aber etwa gleichauf mit den Zahlen von 2009.