Bilderbuch-Sänger Maurice Ernst:  Wuchtige Grooves, sexy Posen.

© CHRISTIAN BRUNA

Wanda und Bilderbuch: Keine Konkurrenz in Wiesen
07/11/2015

Wanda und Bilderbuch: Keine Konkurrenz in Wiesen

"Harvest Of Art" in Wiesen zeigte die Stärke der heimischen Szene.

von Brigitte Schokarth

Es war zum Duell hochstilisiert worden: "Wanda gegen Bilderbuch" schrieben nicht wenige über das heurige "Harvest Of Art"-Festival, das Freitagabend im Festivalzelt von Wiesen stattfand.

Klar, dass die beiden zur Zeit größten heimischen Bands in ein und derselben Show auftreten, war noch nie da. Aber das Festival hatte mit dem Liedermacher Nathaniel Rateliff und dem aufstrebenden Soul-Sänger Curtis Harding auch zwei spannende Newcomer aus den USA zu bieten.

Charakter

Auch Nada Surf rockten mit Leidenschaft durch ihr Set. Warum sie nie den ganz großen Durchbruch geschafft haben, wurde dabei aber auch deutlich: Ihr Sound hat zu wenig eigenen Charakter.

Belle and Sebastian, die schottische Formation rund um Sänger Stuart Murdoch, begeisterte mit tanzbarem Indie-Pop – handgemacht mit Bläsern, Streichern und vielen höchst versierten Musikern. Dass sie nach Wanda und vor Bilderbuch auftraten, störte viele Wanda-Fans. Der Stimmung im Festivalzelt tat das aber keinen Abbruch.

Vielleicht wollten die Veranstalter damit der Wahrnehmung des Festivals als Duell der neuen Stars der Austro-Szene Einhalt gebieten. Vermutlich wäre aber auch so klar geworden, dass diese beiden Acts sich nicht duellieren müssen. Jeder hat seine Stärken. Und Fans, die gerne bereit sind, mit jedem Act mitzujubeln, wenn die Qualität stimmt.

Die stimmte an diesem Abend sowohl bei Wanda als auch bei Bilderbuch perfekt. Beide hatten Sternstunden, beide waren – auf ihre Art – mitreißend. Wanda mit ihrem druckvollen Rock-Sound, den leicht hinterlistigen Texten und hymnischen Mitsing-Melodien. Dass das Wiesen-Publikum nicht nur beim Hit " Bologna", sondern buchstäblich bei jedem Song (auch den noch gar nicht auf Platte erschienenen) als Massenchor glänzte, wunderte nur Frontmann Marco.

Groove

Bilderbuch setzen stattdessen verstärkt auf Groove, auf komplexe und wuchtige Rhythmen und oft funkige, mal punkige Gitarren – immer originell, exaltiert und tief unter die Haut gehend. Natürlich schwärmten beide Fangruppen am Heimweg hauptsächlich von "ihrer" Band. Aber dass die andere den derzeitigen Erfolg genauso verdient, stritt auch keiner ab.

KURIER-Wertung:

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