© dpa/Patrick Seeger

Literaturnobelpreis
10/11/2012

Walser über Mo Yan: "Über jeden Zweifel erhaben"

Besonders freute sich Schriftsteller-Kollege Martin Walser über den Literaturnobelpreis für den chinesischen Autor Mo Yan. Elke Heidenreich sagt: "Es ist ein politischer Preis.

Schriftsteller-Kollege Martin Walser begrüßte die Auszeichnung für den chinesischen Autor Mo Yan. "Es könnte für mich keinen glücklicheren Kandidaten geben, er ist über jeden Zweifel erhaben", sagte der 85-Jährige am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. "Ich halte ihn für den wichtigsten Schriftsteller unseres Zeitalters und platziere ihn gleich neben Faulkner." "Er war nicht mein Favorit", sagte dagegen die Literaturnobelpreisträgerin von 2009, Herta Müller.

   Autorin und Kritikerin Elke Heidenreich hält den Literaturnobelpreis für Mo Yan für eine politisch-motivierte Entscheidung aus Stockholm. "Es ist ein politischer Preis. Ich war nicht überrascht", sagte sie auf der Frankfurter Buchmesse der dpa. Sie glaube nicht, dass Mo Yan ein politisch angepasster Autor sei.

   Auch die Verleger freuen sich über den Sieg ihres Autors: Der Berliner Horlemann Verlag hat "mit großer Freude" auf die Verleihung des Literaturnobelpreises an den chinesischen Autor Mo Yan reagiert. "Mo Yan kam als armer Bauernsohn aus der chinesischen Provinz. Er hat den Preis wirklich verdient", sagte Verlagsgeschäftsführer Tim Voß der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. Er habe sich auf eine neue, fantastische Art und Weise mit der Politik und Gesellschaft seines Landes auseinandergesetzt. Im Horlemann Verlag ist 2009 Mos Roman "Der Überdruss" erschienen.

   Der Züricher Unionsverlag, der vier Titel des neuen Literaturnobelpreisträgers im Sortiment hat, hält Mo Yan für einen herausragenden Autor. "Er spielt eine große Orgel mit vielen Registern", sagte Verlagsgründer und Verleger Lucien Leitess der Nachrichtenagentur dpa auf der Frankfurter Buchmesse. Seine Texte seien oft skurril, aber manchmal auch grausam und hart, "wie eben auch die chinesische Realität".

   Der chinesische Dissident und Künstler Ai Weiwei hat die Vergabe des Literaturnobelpreises an seinen Landsmann Mo Yan als „fast unerträglich“ kritisiert. „Kann man einen Schriftsteller mit diesem Preis auszeichnen, der sich vom heutigen politischen Kampf in China fernhält?“

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