"Wackäääään": Europas verrückteste Metal-Fans

Wenn ein kleines Dorf in Schleswig-Holstein von 95.000 meist schwarz Gekleideten besucht wird, kann das nur eines bedeuten: Wacken.

Der Sommer ist lauter als die Hölle, ... 

Zum Durchklicken. ... jedenfalls für jene 95.000 Fans, die sich und ihre Musik unter diesem Motto von 4. bis 6. August beim Wacken Open Air 2011 (W:O:A) gefeiert haben. Auch dieses Jahr brüllten die Fans immer wieder ihren Schlachtruf "Waackäääään". "Sold Out" konnte man in Wacken vermelden. Am Samstag geht das Metalfest zuende. Viele Gäste kamen aus Amerika, Japan und Australien in das abgeschiedene kleine Dorf in Schleswig-Holstein. Unter dem Jubel der Metal-Freaks sind zahlreiche einschlägig bekannte Bands aufgetreten, darunter auch Ozzy Osbourne. Der 62-jährige "Prince of Darkness" ließ alles aus seinen Schläuchen ... ... und spritzte die Masse mit einem schaumigen Etwas voll. Der gute alte Ozzy scheint noch gut bei Kräften. Mehrere Besucher kritisierten am Schlusstag des Festivals, dass das "W:O:A" nicht mehr authentisch sei. Vielfach gebe es eher eine Kirtags-Atmosphäre. Zugleich wehrten sich zahlreiche Besucher gegen das vielfach vermittelte Bild, das Festival bestehe nur aus "saufen und randalieren". Sie kommen im Bärenfell, Schottenrock oder mit Halloween-Masken ... haben Gummistiefel mit Zebramuster an den Füßen oder Lack-Pumps - auf dem W:O:A gibt es keine Kleider-Ordnung. Erlaubt ist, was gefällt. Auch wenn die meisten Besucher schwarz gekleidet sind wie ihre Idole auf der Bühne. Zum Beispiel Ozzy Osbourne. Der 62-Jährige setzte genauso auf sein düsteres Image wie ... ... Doro Pesch ... ... Morbid Angel ... ... oder Rob Halford (l.) und Richie Faulkner von Judas Priest. Die legendäre britische Band spielt heuer ihre Abschiedstournee. Während die meisten Männer auf die beiden Einheitstracht-Varianten "schwarzes Bandshirt mit langem Haar" oder ... ... "nackter Oberkörper" setzten, ... ... kamen viele weibliche Besucher statt in klobigen, ungeputzten Stiefeln mit zierlichen High Heels und verzichteten auch auf schwarze und abgetragen wirkende Garderobe mit zerrissenen Netzstrümpfen. Stattdessen präsentierten sie sich auf dem Festival in aufreizend sexy Outfits. "Hier kann ich aus meinem Alltag ausbrechen und auffallen", sagte Julia Diekmann. Die 23-Jährige aus Potsdam muss in ihrem Job als Rechtsanwaltsgehilfin einen konservativen Look tragen. In Wacken trägt sie Lackleder. Sie wohnt während des W:O:A gemeinsam mit einer Freundin in einem kleinen Zweimann-Zelt. "Das Zelt nehmen wir nur zum Umziehen", sagt sie. Geschlafen wird - "wenn überhaupt" - in ihrem alten Opel Astra. In dem Wagen kann sie auch Geld und Kleidung sicher verschließen.

Bild: Am Campingplatz gibt es auch wieder Spezial-Aufbauten Das ist wichtig, denn "Langfinger" sind auch in diesem Jahr sehr aktiv auf dem W:O:A. Am Donnerstag schnappte die Polizei gleich drei Banden. Trotz Warnung durch Veranstalter und Polizei seien allein an dem Tag mehr als 250 Diebstähle angezeigt worden, sagte Polizeisprecher Michael Baudzus. Die Diebe nutzten meist die Dunkelheit der Nacht, um auf den angrenzenden Campingplätzen aus leerstehenden Zelten Laptops, Handys und Bargeld zu stehlen. Davon wurde der Wacken-Wahnsinn aber kaum getrübt ... Noch ein paar Impressionen vom verrücktesten Metalfest Europas ... Moshen ohne Alterslimit ... Die Haut ist Programm ... Diese Frisur bleibt nur bei geöffnetem Fenster heil ... Luftgitarren gehören längst zum Standardrepertoire ... Der Schalk im Nacken ... Ansturm auf Wacken ... Louder than Hell! Hell, Yeah! Auf Wiedersehen, bis zum W.O.A. 2012!
(KURIER.at,dpa / tem, moe) Erstellt am
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