© Metroverlag

Aus privaten Fotoalben
08/15/2013

Als in der Kärntner Straße noch Autos fuhren

Das erfolgreiche Facebook-Projekt "Vintage Vienna" mit Foto-Schätzen aus privaten Archiven liegt jetzt auch als Bildband vor.

Alt-Wien hat immer Tradition, sozusagen: Während unter diesem Label früher jedoch vor allem Klischees bedient wurden, sammelt "Vintage Vienna" unspektakuläre Spuren der jüngeren Vergangenheit - nämlich Aufnahmen von Hobby-Fotografen. Was als Facebook-Projekt begann, liegt nun auch ganz retro in Buchform vor. Nicht wenigen Lesern dürften die Schätze aus den privaten Archiven eine Zeitreise in die eigene Kindheit und Jugend ermöglichen, sind doch in dem im Metroverlag erschienen Band zahlreiche Szenen aus den 1960er- oder 1970er-Jahren zu finden.

Zeitreise in das alte Wien

Eine Momentaufnahme ohne Anspruch auf Vollständigkeit, das versprechen die beiden Initiatoren Daniela Horvath und Michael Martinek im Vorwort des Buches. Tatsächlich sind die spontanen Schnappschüsse oft aufschlussreicher als die ausgetüftelten Stadtpanoramen der Profis. Denn es sind meist die auf den ersten Blick unwichtigen Details oder die Alltagsschauplätze in der Vorstadt, die das "Damals" wieder präsent werden lassen, also etwa Geschäftsschilder, Autos, öffentliche Verkehrsmittel oder die Kleidung der Passanten. Fotos prominenter Bauwerke sind hingegen - wenig überraschend - oft erstaunlich zeitlos.

Vom Flughafen bis zum Prater

Fotografiert wurde oft zu speziellen Anlässen, wodurch manche Motive besonders häufig auf Film gebannt wurden. Der Flughafen (Urlaubsreisen) war vor gar nicht allzu langer Zeit offenbar ein sehr entschleunigter Ort mit beliebter und belebter Besucherterrasse und der Prater (Firmung) um einiges räudiger als in der Jetzt-Zeit. Die Geschäftsstraßen gestalteten sich in den 70ern hingegen schon erstaunlich mondän, wobei auffällt, dass sich manche Geschäftslogos sehr, andere wieder überhaupt nicht verändert haben.

Dass die Verwandlung von Einkaufsstraßen in Fußgängerzonen kein neues Phänomen ist, wird ebenfalls klar - etwa anhand der Fotos des völlig zugeparkten und -gestauten Grabens, von dem Autos heute längst verbannt sind. Weiters lehrt "Vintage Vienna" unter anderem, dass graue Mäntel in den späten 1950er-Jahren ausgesprochen gern getragen wurden und es eine Zeit gab, in der vertraute "Landmarks" wie die UNO-City und der Donauturm Großbaustellen waren.

So manches ist inzwischen aber verschwunden. Die roten Waggons der Stadtbahn sind genauso längst Geschichte wie Friedensmann Waluliso oder die alte, 1976 eingestürzte Reichsbrücke. Das gilt natürlich auch für viele Bauten der Vorkriegszeit, wie Aufnahmen aus dieser Epoche verdeutlichen.

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