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Kontrollamt
12/05/2013

Vereinigte Bühnen großzügig bei Prämienzahlungen

Die Vereinigten Bühnen kommen nicht aus der Kritik. Jetzt auch in einem Kontrollamtsbericht.

von Barbara Mader

Die von der Stadt Wien hoch subventionierten Vereinigten Bühnen Wien (VBW) zeigen sich bei Prämienzahlungen großzügig. Das ist ein Ergebnis eines Berichts des Wiener Kontrollamts, das die wirtschaftliche Gebarung der Vereinigten Bühnen untersucht hat.

Zu den VBW gehören das Opernhaus Theater an der Wien, das Raimund Theater sowie das Ronacher, wo derzeit das Musical „Natürlich blond“ zu sehen ist.

In den Jahren 2009 bis 2012 wurden an Mitarbeiter der VBW insgesamt Prämien in der Höhe von 660.000 Euro ausbezahlt– zum Teil an leitende Angestellte.

„Das Kontrollamt stellte fest, dass die Gewährung von bis zu drei Monatsgehältern für die zweite Führungsebene im Wien-Holding-Konzern als eher unüblich zu qualifizieren ist“, ist im Bericht nachzulesen.

Dazu kommt, dass die Prämien teils für Leistungen ausbezahlt wurden, die ohnehin im Aufgabenbereich der Mitarbeiter liegen – etwa die Einhaltung von Abgabefristen. Auffälligerweise seien die in den entsprechenden Vereinbarungen festgelegten Ziele „immer zu 100 Prozent“ erfüllt worden.

Der Generaldirektor der VBW, Thomas Drodza, verteidigte die kritisierten Prämienzahlungen: Angesichts der Leistungen und der niedrigen Fixgehälter seien derlei Boni legitim.

Bei den Empfängern handle es sich um „sehr wichtige Leistungsträger“. Wobei es sich laut dem VBW-Chef beinahe die Hälfte der vom Kontrollamt ausgewiesenen Prämiensumme von 660.000 Euro zwischen 2009 und 2012 nicht um Leistungsprämien, sondern um abgegoltene Überstunden handle, die lediglich als „Prämien“ ausgewiesen würden.

Bilanz

Die VBW bilanzierten im Vorjahr mit einem Minus von 4,3 Mio. Euro. Eine vergangene Woche im Gemeinderat beschlossene Erhöhung der Jahressubvention um fünf Millionen auf insgesamt fast 42 Mio. Euro sorgte für heftige Diskussionen. Rathausopposition sowie Proponenten der freien Theaterszene ließen ihrem Ärger freien Lauf.

Dementsprechend groß auch diesmal der Ärger: „Trotz wiederholter Kritik in Kontrollamtsberichten an ,fehlender Transparenz und Verschwendungssucht‘ gibt sich die Geschäftsführung uneinsichtig und verteidigt ihre Gebarung. Es gilt, die Struktur der VBW in ihrer Gesamtheit infrage zu stellen und auch zu hinterfragen, ob es die Aufgabe einer Kommune sein soll, eine weltweit profitables Kunstsparte mit aberwitzigen Summen subventionieren zu müssen“, kritisiert Isabella Leeb, Kultursprecherin der Wiener ÖVP.

Etwas gemäßigter fällt die Kritik der an der Stadtregierung beteiligten Grünen aus: Budgetsprecher Martin Margulies hält die Prämienstruktur für „sehr schwierig“ und fordert eine „klare Gehaltsstruktur“ bei den VBW. Zu den Verlusten sagt Margulies: „Genau deshalb fordern wir eine Neustrukturierung der Vereinigten Bühnen“.

Nur unter dieser Prämisse hätten die Grünen den Subventionen zugestimmt.

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