Uraufführung: "fly ganymed" im Theseustempel

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Foto: Helmut Wimmer Abgeschleppt: Franziska Singer und Nikolaus Habjans Puppen-Bub

Kritik: In Paulus Hochgatterers Stück "fly ganymed" weint man über das Schicksal des Hauptdarstellers - einer Stoffpuppe in roten Kinderschuhen.

Ein Bub – er könnte aus Afghanistan sein – wird vom Großvater einem Schlepper überantwortet, soll mit dessen Hilfe das rettende Ufer Österreich erreichen und erfährt an jeder Grenze neue Demütigung. Transportiert in einem Pipeline-Rohr auf einem Lkw tritt er die Reise ins Nirgendwohin an. Wird er aus dem Rohr geholt, lernt er die "Mitnascher" am Schleppersystem kennen.

Die, die sich mit dem Geld, das aus dem Pass "fällt", begnügen. Die, die sexuelle Dienstleistungen wollen. Die, die einfach gern schlagen. Der Bub ist neun Jahre alt.

Harte Kost, die Autor Paulus Hochgatterer da im Text "fly ganymed" verarbeitet hat. Und den Regisseurin Jacqueline Kornmüller und Schauspieler Peter Wolf, Herz und Hirn der Gruppe "wennessoweitist", nun im Theseustempel zur Uraufführung brachten.

Den Zuschauern wird es körperlich so unangenehm gemacht, wie dem Hauptdarsteller. Auf Klapphockern knotzend ringt man um Gleichgewicht. Doch alles Ungemach ist vergessen – in dem Moment, in dem der Bub das erste Mal den Mund aufmacht. Ihm das erste Mal "Leben" eingehaucht wird.

Denn der Hauptdarsteller ist eine Stoffpuppe in roten Kinderschuhen. Gefertigt und geführt vom wunderbaren Puppenspieler Nikolaus Habjan. Der beim Agieren den gleichen erschrocken-erstaunten Ausdruck annimmt, den er seinem Schützling per Handbewegung verleiht.

Man weint über das Schicksal dieser Stoffpuppe.
Mit ihr agieren großartig die Schauspieler: Peter Wolf, als zwielichtig brutaler, desillusionierter Fernfahrer. Franziska Singer als mitgeschleppte Leidensgenossin. Martina Stilp als überforderte Sozialarbeiterin. Jawid Nagafi und Pjeter Logoreci (der in der Kornmüller-Produktion "Die Reise" noch sein eigenes Schicksal als Asylwerber schilderte) als Grenzbeamte.

Joachim Bissmeier taucht per Schwarz-Weiß-Video als Erinnerung des Buben auf. Die Zwiesprache mit ihm, dem Großvater, verläuft nicht harmonisch. Denn vieles, was er über den goldenen Westen erzählte, war "falsch, einfach nur falsch."

KURIER-Wertung: ***** von *****

(kurier) Erstellt am
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