Kultur
05.10.2017

"Unter deutschen Betten": Comeback-Versuch als Putzfrau

Deutsche Komödie geht unter die Gürtellinie.

Der Plot ist an Justyna Polanskas Bestseller "Unter deutschen Betten" (2011) angelehnt. Polanska ist eine von dem deutschen Publizisten Holger Schlageter erfundene Kunstfigur, die als polnische Putzfrau von ihrem Alltag in deutschen Haushalten erzählt.

Und im Film? Da steht Veronica Ferres als ehemals erfolgreiche Schlagersängerin Linda im Mittelpunkt, die auf offener Bühne spektakulär abstürzt – mitsamt ihrer Karriere. Ihr Lebensgefährte, der gleichzeitig auch ihr Manager ist, lacht sich daraufhin ein jüngeres Sternchen an. Für einen Comeback-Versuch ist Linda zu allem bereit – auch zur Zusammenarbeit mit ihrer Putzfrau. Von ihr will sie unbemerkten Zugang zum Musikstudio des Ex-Lovers, um dort einen neuen Song aufzunehmen. Dafür verspricht sie, ihr beim Putzen zu helfen.

Veronica Ferres, das unverwüstliche Superweib des deutschen Films, tauscht daher die hochhackigen Lack-Schuhe gegen Latex-Handschuhe, das Abendkleid gegen Arbeitskittel. Sie wühlt im Müll und putzt Toiletten. Der Blick unter die deutschen Betten, den Linda in ihrem unfreiwilligen Putzfrauendasein riskiert, ermöglicht dem Regisseur, sich mit seinem Film in den Bereich unter der Gürtellinie zu begeben, der ja bekanntlich der kleinste gemeinsame Nenner des Humors ist. Auf diesem Niveau bewegt sich leider ein wesentlicher Teil des Films, der im Grunde genommen eine recht sympathische Geschichte mit durchaus sympathischen Schauspielern erzählt.

Text: Gabriele Flossmann

INFO: D 2017, 100 Min. Von Jan Fehse. Mit Veronica Ferres, Simon Schwarz.

KURIER-Wertung: