Toronto Filmfestspiele: Start mit U2-Doku

Das Toronto Filmfestival startet am Donnerstag mit der U2-Dokumentation von Davis Guggenheim
Foto: Tiff

Insgesamt 336 Beiträge aus 65 Ländern werden beim Toronto Filmfest in elf Tagen gezeigt. Darunter Premieren von Meirelles' "360" und Emmerichs "Anonymous".

Die Filmfestspiele von Venedig sind noch nicht einmal zu Ende, wenn am Donnerstag das 36. Toronto International Film Festival (TIFF) beginnt. Das elftägige Kinofest wird mit der U2-Doku "From the Sky Down" von Davis Guggenheim ("Eine unbequeme Wahrheit") eröffnet. Unter den 336 Beiträgen (darunter 68 Kurzfilme) aus 65 Ländern, die in Kanada im Rennen um die Publikumspreise sind, befinden sich mit der Weltpremiere des in Wien gedrehten "360" von Fernando Meirelles sowie "Michael", "Atmen" und "Whore's Glory" auch vier österreichische Beiträge.

Auch wenn es anders als in Berlin, Cannes und Venedig am Ende nur Zuschauerpreise gibt: Das TIFF ist Nordamerikas größtes Filmfest und gilt als Oscar-Vorbote. Viele Gewinner der TIFF-Auszeichnung räumten später auch in Hollywood ab. "Slumdog Millionär" begann vor drei Jahren seinen Siegeszug in Toronto. Im vorigen Jahr hatte der Film "The King's Speech" die Zuschauer beim Filmfest begeistert, auch er wurde anschließend mit dem Oscar ausgezeichnet.

Vier Filme aus Österreich

Österreich ist mit vier Filmen vertreten, darunter auch die Cannes-Beiträge "Michael" von Markus Schleinzer und der von Österreich für den Auslands-Oscar vorgeschlagene "Atmen" von Karl Markovics sowie der Venedig-Beitrag "Whore's Glory" von Michael Glawogger. Und bei der österreichischen Koproduktion "360" interpretieren Stars wie Rachel Weisz, Jude Law oder Anthony Hopkins Arthur Schnitzlers Grundidee des "Reigens" neu. Deutschland reist indes gleich mit 29 Filmen an, darunter auch die Weltpremiere von Roland Emmerichs Shakespeare-Film "Anonymous".

Die Koproduktion "A Dangerous Method - Eine dunkle Begierde" vereint Regisseur David Cronenberg erneut mit Schauspieler Viggo Mortensen. Die beiden drehten bereits "A History Of Violence" und "Eastern Promises - Tödliche Versprechen" zusammen. Während Mortensen den Psychoanalytiker Sigmund Freund spielt, wird der deutsche Schauspieler Michael Fassbender als Carl Jung zu sehen sein.

Insgesamt 123 Weltpremieren warten in Toronto auf das Publikum, darunter die neuen Regiewerke von Bruce Beresford, Luc Besson, Francis Ford Coppola und Marc Foster. "Machine Gun Preacher", der jüngste Film des Schweizers Foster mit Gerald Butler in der Hauptrolle, handelt von einem Drogendealer, der zum Kämpfer für die Rechte sudanesischer Waisen wird.

Das angekündigte Staraufgebot kann es mit Venedig, Cannes und Berlin locker aufnehmen: Größen wie Catherine Deneuve, Glenn Close, Clive Owen, Salma Hayek und Philip Seymour Hoffman sollen mächtig Glanz und Glamour versprühen. Neben Brad Pitt, der erstmals in dem Baseball-Film "Moneyball" zu sehen sein wird, ist George Clooney gern gesehener Launemacher jedes Filmfestes - in Toronto gleich doppelt. Als Regisseur mit seinem Polit-Thriller "The Ides of March" und als Darsteller in Alexander Paynes "The Descendants".

Die Organisatoren lassen keinen Zweifel daran, dass Toronto vor allem eines will: gekonnt feiern. Cooler als Cannes und moderner als Venedig möchte man auftreten und dabei lässigen Charme beweisen. Die roten Teppiche am Lido sind noch gar nicht eingerollt, da geht es in der Stadt unter dem CN-Tower - einem der höchsten Bauwerke der Welt - bereits weiter mit Premieren, Glamour und Oscar-Vorhersagen.

(APA/dpa / moe) Erstellt am
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