Kultur 12.03.2013

"Tatort"-Kommissar als ambitionierter Hausmusikant

Axel Prahl © Bild: Buschfunk

Kritik: Der beliebte TV-Kommissar Axel Prahl aus dem Münsteraner "Tatort" singt und spielt Gitarre, und hat sichtlich Spaß dabei.

Als „Tatort“-Kommissar Frank Thiel in Münster hat er fast so viele Zuseher wie Til Schweiger. Als Sänger und Gitarrist kam Axel Prahl Montag mit Hut und im quergestreiften Ruderleiberl unter dem Anglerjäckelchen ins Konzerthaus, assistiert von seinem neunköpfigen Inselorchester. Er stürzt sich solo in eine ganz passable Version von „Summertime“ und in eine kaum identifizierbare von „With A Little Help From My Friends“. Singstimmlich zwischen Hans Albers und Curd Jürgens angesiedelt, stellt er vor der Pause Rio Reiser und danach seinen Spät-Erstling „Blick aufs Mehr“ live in die Auslage, mit der ironischen Ansage: „In einem Land, in dem ein gelernter Augenarzt Wirtschaftsminister werden kann, da kann ich auch eine CD machen.“

Die Lieder erzählen von Liebe, Lust, Leid und Leidenschaft, fragen melancholisch „Wieso bist du immer noch da?“ Sie klingen jazzig wie „Passagiere“, seebärig wie „Reise, Reise“ oder kommen als Gesellschaftskritik rockig daher wie „Blablabla“.

Sichtbar viel Spaß hat da einer mit seiner ambitionierten Hausmusik, und spaßig ist er anhören.

KURIER-Wertung: **** von *****

Erstellt am 12.03.2013