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© REUTERS/STRINGER/IRAQ

New York
03/10/2015

Symphonie wegen Verwendung des Horst-Wessel-Lieds gestrichen

Der Komponist Jonas Tarm hatte Teile des NS-Kampflieds in seine Komposition eingebaut.

Weil die Komposition einen Teil des Horst-Wessel-Lieds enthielt, wurde die Uraufführung eines Orchesterwerks des jungen estnisch-amerikanischen Komponisten Jonas Tarm am Sonntag in der New Yorker Carnegie Hall kurzfristig abgesagt. Der 21-Jährige hatte das New York Youth Symphony Orchester erst kurz zuvor informiert, dass er 45 Sekunden des einstigen SA-Kampflieds eingebaut hatte.

Laut Management des Jugendorchesters werde Tarm keine NS-Sympathie unterstellt, es bedürfe bei einer derartig "brisanten musikalischen Referenz" jedoch einer tiefergehenden Auseinandersetzung. Weil Tarm sich geweigert hatte, seine Gründe für die Verwendung des Horst-Wessel-Lieds darzulegen, sah man sich gezwungen, die Uraufführung im Rahmen eines Abends für junge Künstler abzusagen. "Wir glauben an einen freien, kreativen Prozess, aber mit dieser Freiheit kommt Verantwortung, besonders dann, wenn junge Menschen involviert sind", so das Management.

Marsch in die Vergessenheit

Das neunminütige Orchesterwerk "Marsh u Nebuttyau" (Ukrainisch für "Marsch in die Vergessenheit") des Studenten des New England Conservatory in Boston beinhaltet neben der NS-Parteihymne auch die Hymne der ehemaligen Ukrainischen Sowjet-Republik. Tarm zeigte sich "enttäuscht und verwirrt" ob der "Zensur", wolle er mit seinem Werk doch Krieg im Allgemeinen, insbesondere das derzeitige Blutvergießen in der Ukraine verurteilen. "Das Stück ist all jenen gewidmet, die unter der Grausamkeit von Krieg, Totalitarismus und Nationalismus leiden mussten - in der Vergangenheit ebenso wie in der Gegenwart", schreibt Tarm in einer Stellungnahme. "Ich bin enttäuscht, dass dieses Werk nicht länger für sich selbst sprechen kann."

jonastarm.com
www.nyyouthsymphony.org

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