ARCHIV - Die Autorin Sibylle Lewitscharoff wird am 20.11.2011 in Berlin mit dem Kleist-Preis geehrt. Lewitscharoff erhält den Georg-Büchner-Preis 2013. Foto: Hannibal/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

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Suhrkamp-Verlag
06/12/2013

Büchner-Preisträgerin droht mit Abgang

Sibylle Lewitscharoff würde Suhrkamp verlassen, wenn sich im Verlagsstreit Minderheitsgesellschafter Barlach durchsetzt.

Die Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff hat gedroht, Suhrkamp zu verlassen, wenn sich im Verlagsstreit der Minderheitsgesellschafter durchsetzt. "Dann würde ich sofort gehen", sagte die 59-Jährige am Mittwoch in Kassel. Um den Verlag tobt seit Jahren ein erbitterter Machtkampf zwischen den Gesellschaftern. Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz hält 61 Prozent der Anteile, Medienunternehmer Hans Barlach den Rest.

Zwar sei sie mit dem traditionsreichen Verlag sehr zufrieden, betonte Lewitscharoff. "Die Behandlung ist erstklassig. Ich hänge an dem Verlag." Barlach aber sei "eine Katastrophe".

Lewitscharoff hatte jüngst den Georg-Büchner-Preis, die wichtigste Auszeichnung für deutschsprachige Autoren, zuerkannt bekommen. In Kassel hält sie in dieser Woche als Grimm-Professorin der Universität eine Vorlesung, zudem stehen ein Seminar und eine Lesung auf dem Programm.

Roman über Dante geplant

Diese Woche hat die Berliner Schriftstellerin die diesjährige Grimm-Professur der Universität Kassel übernommen. Zum Auftakt der dreitägigen Veranstaltungsreihe sprach die Autorin am Dienstagabend über ihr aktuelles "Dante"-Projekt. Zu dem italienischen Dichter des 13./14. Jahrhunderts geistere ihr ein Roman durch den Kopf, sagte Lewitscharoff. "Wobei ich allerdings von Dante weg und woanders hin driften werde", verriet die 59-Jährige.

Sie wolle sich Dantes "Commedia" "verehrend bedienen", um über ein modernes Pfingstwunder zu schreiben. Schauplatz der Erzählung sei ein internationaler Dante-Kongress in Rom - mit einem, so schwebe es ihr vor, "spektakulären Auftritt" sprechender Tiere. "Gelungene Nebenfiguren sind oft die Würze des Ganzen", betonte sie. Überdies bedeute eine Beschäftigung mit Dante, sich einer regelrechten Invasion von Assoziationen auszusetzen, merkte die Grimm-Professorin an.

Die Brüder-Grimm-Professur wurde 1991 von der Kasseler Universität eingerichtet. Die Hochschule will damit einem Sprecher zufolge zum lebendigen Austausch zwischen Literaturwissenschaft und Gegenwartsliteratur beitragen. Die jeweiligen Inhaber der Gastprofessur gäben im Rahmen der öffentlichen Veranstaltungen Einblick in ihr Schaffen.

Am Mittwoch leitet Lewitscharoff in Kassel ein Seminar über Stilfragen und ethische Prinzipien des Schreibens, am Donnerstag liest sie aus dem Roman "Blumenberg". Alle Veranstaltungen sind öffentlich und finden im Hörsaal der Kunsthochschule Kassel statt.

Büchner-Preisträger der letzten zehn Jahre

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