epa03851639 Suhrkamp co-owner Hans Barlach sits in the 9th Superior Court of the District Court in Frankfurt Main, Germany, 05 September 2013. The court hears the urgent application of Barlach. He wishes the court to prohibit a vote for the restructuring plans in the meeting of creditors by the majority shareholder of the ailing publisher, the Suhrkamp Family Foundation. He fears a limitation of his participation rights. EPA/ANDREAS ARNOLD

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Verlagsstreit

Suhrkamp muss 2,2 Mio. Euro an Barlach zahlen

Suhrkamp-Minderheitsgesellschafter Hans Barlach hat vor Gericht einen weiteren Sieg errungen.

03/20/2013, 10:46 AM

Der lange Machtkampf um den Suhrkamp Verlag ist um eine Facette reicher: Verlagschefin Ulla Unseld-Berkewicz erneut eine schwere juristische Niederlage erlitten. Das Landgericht Frankfurt verurteilte am Mittwoch die von ihr gefĂŒhrte Familienstiftung, an den Minderheitsgesellschafter Hans Barlach knapp 2,2 Mio. Euro aus dem Bilanzgewinn des Jahres 2010 zu zahlen.

Barlach berief sich vor der Handelskammer auf eine Vereinbarung unter den beiden Gesellschaftern. Danach war sein Gewinnanteil aus dem Verkauf des Frankfurter VerlagsgebĂ€udes und des Verlagsarchivs innerhalb weniger Tage auf ein ihm zustehendes Konto zu ĂŒberweisen. Eine Gesellschaftsvereinbarung halte die AusschĂŒttung des Gewinns "klipp und klar" fest, stellte das Gericht dazu fest. Es geht dabei exakt um 2,184 Mio. Euro.

Der traditionsreiche Verlag war auf Betreiben der Verlegerin Anfang 2010 vom langjĂ€hrigen Stammsitz Frankfurt nach Berlin umgezogen. Unseld-Berkewicz, die Witwe des 2002 gestorbenen Verlags-Patriarchen Siegfried Unseld, hĂ€lt ĂŒber die Familienstiftung 61 Prozent des Verlags. Barlachs Medienholding AG Winterthur gehören 39 Prozent.

Die AnwĂ€lte der Familienstiftung verwiesen dagegen ohne Erfolg darauf, dass mit dem Bilanzgewinn die finanziellen Reserven des Unternehmens gestĂ€rkt werden sollten. Notfalls hĂ€tte dann ein Darlehen aufgenommen werden mĂŒssen, um die AnsprĂŒche des Minderheitsgesellschafters zu erfĂŒllen, argumentierte das Gericht und wies damit ein "Thesaurierungsinteresse" ab.

Erbitterte Auseinandersetzung

Barlach und Unseld-Berkewicz liefern sich seit Jahren eine erbitterte Auseinandersetzung. Ende Dezember hatte das Landgericht Berlin die Verlagschefin als GeschĂ€ftsfĂŒhrerin abgesetzt. Sie habe rechtswidrig fĂŒr den Verlag Event-RĂ€ume in ihrer eigenen Berliner Villa angemietet und den Mitgesellschafter nicht informiert.

Dagegen legte Unseld-Berkewicz Berufung ein. Auch das Urteil der 13. Handelskammer ist noch nicht rechtskrÀftig. Das Oberlandesgericht Frankfurt als nÀchste Instanz kann angerufen werden.

Das entscheidende Verfahren im Machtkampf ist derzeit bei einer anderen Handelskammer des Landgerichts Frankfurt anhĂ€ngig. Beide Gesellschafter haben beantragt, sich gegenseitig auszuschließen. Im Februar setzte die Kammer beiden Parteien eine letzte Frist, um bis zum 25. September ihren Konflikt außergerichtlich zu lösen. Letztlich könnte das Verfahren die Auflösung des Verlags bedeuten.

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