Kultur
24.03.2017

Humorvolle Pessimisten an der Gag-Schleuder

Stermann und Grissemann liefern "Gags, Gags, Gags und zeigen dabei zwei Gesichter – ein angriffslustiges, aber auch ein nachdenkliches.

Stermann und Grissemann bringen mit „Gags, Gags, Gags“ ihre wöchentliche Late-Night-Show auf ORFeins, „Willkommen Österreich“, auf die Bühne. Was Besseres sei ihnen nicht eingefallen. Das neue Programm entstand, wie Grissemann im KURIER-Interview zugibt, ausschließlich aus Mangel an anderen Ideen. Das Ziel sei „so zu tun, als ob. Also man macht in Wahrheit Kammermusik und tut so, als wäre es Jazz.“

Und so findet sich das Publikum bei der Premiere im ausverkauften Globe Wien im erweiterten und nachgebauten „Willkommen Österreich“-Studio wieder, wo die beiden Komiker vor ihrer 1165 Sendung stehen. Bevor diese beginnt, wird das Publikum auf die Sendung vorbereitet – „Appläuse“ werden geübt, Lacher geprobt und Pointen getestet. In Ping-Pong-Manier stellen sich der gebürtige Tiroler und der Deutsche gegenseitig vor. Grissemann über Stermann: „Darf ich vorstellen, die bizarre Mischung aus Richard Gere und Johannes Heesters“. Stermann kontert mit "Karfiolfrisur" und im Tonfall eines Märchenonkels: „An meiner Seite, das offizielle Gesicht zur Mondlandung: Christoph Maria Grissemann“. Der von einer "Altersakne" geplagte Grissemann ist aber nicht lange beleidigt, sondern erzählt, dass er in Internetforen als erstes österreichisches HD-Opfer bezeichnet wird. Gelächter.

Abgrund

Im zweiten Teil durchforsten Stermann und Grissemann ihr Handy nach halbwegs erträglichen Studiogästen: André Heller? Der hat Besseres vor. Tobias Moretti? Keine Zeit. „Scheiß auf die Stars!“, schreit Grissemann frustriert. Danach wird die Sendung aus Erfolglosigkeit abgebrochen. Die Karriere ist beendet. Ein ORF-Mitarbeiter baut das Studio ab. Es geht Beckett-mäßig zur Sache – abgründiger und feiner Humor.

Das bereits im Vorfeld angekündigte Sammelsurium "aus feiner Beschimpfung, Sinnsabotage und Selbstdemontage, Nonsens, bizarrer Parodie, Persiflage und Polemik" wird bei der Premiere auch geliefert. Ganz nach dem Motto: Man muss dem Publikum geben, was es verlangt – auch wenn es am Ende die Wiederholung vom Immergleichen ist.

Weitere Termine:

24. März in Wien - Globe Wien
25. März in Salzburg - Republic
28. März in Graz - Orpheum
29. März in Klagenfurt - Alpen-Adria-Universität
30. März in St. Pölten - Bühne im Hof