Kultur
28.09.2016

Stanley Kubrick: Einer, der nach Perfektion strebte

Das Gartenbaukino widmet dem Kult-Regisseur eine Werkschau – Plakatwettbewerb inklusive.

Es gibt wohl kaum etwas, das noch nicht über den herausragenden Filmemacher Stanley Kubrick (1928- 1999) gesagt und geschrieben wurde. Erst kürzlich erschien mit "Das Stanley Kubrick Archiv" (Taschen) ein Must-have für jeden Filmfan. Es ist eine 850-SeitenChronik, die sich Kubricks Werk ausführlich widmet – von der Eröffnungsszene aus "Der Tiger von New York" (1955) bis zu den letzten Momenten von "Eyes Wide Shut" (1999). Kaum ein anderer Regisseur wurde derart akribisch interpretiert, mythologisiert und hinterfragt.

Das Bild, das einem dabei vermittelt wurde, veränderte sich konstant. Man lernte Kubrick als Exzentriker, als menschenscheuen, besessenen und von Neurosen geplagten Menschen kennen. Dann wieder als Genie, das nach Perfektion strebte und cineastische Meisterwerke in verschiedenen Genres ablieferte. Befragt nach seiner Arbeitsweise, gab Kubrick die simple Antwort: "Well, I never shoot anything I don’t want."

Eigensinn und Eigenständigkeit kennzeichnen seine Karriere und erklären bis heute den andauernden Erfolg seiner Filme.

Neue Generation

Der Sohn eines Chirurgen aus dem New Yorker Stadtteil Bronx lebte und arbeitete bis zu seinem Tod im Alter von 70 Jahren zurückgezogen in England. Er hasste Hollywood. Sein grundlegender Pessimismus hat es ihm auch immer schwer gemacht, seine Projekte in der US-Kinometropole durchzusetzen.

Seine betrübte wie kritische Haltung zur Natur des Menschen wurde dann Anfang der 70er-Jahre in "A Clockwork Orange" brutal ausgedrückt – ein brillanter, aber fast nihilistischer Film über eine verkommene Gesellschaft in nicht allzu ferner Zukunft.

Ab 30.9. kann man sich Kubricks Filme im Gartenbaukino ansehen – teilweise in neuen, digitalen Restaurierungen. Mit der bis 18.10. dauernden Retrospektive möchte man "einer neuen, nachfolgenden Generation von Kinogängern die Möglichkeit bieten, Kubricks Gesamtwerk zu erfassen, Gemeinsamkeiten, Gegensätze, Zeitloses und Anachronistisches zu entdecken und zu erfahren". Neben einem tollen Rahmenprogramm mit Vorträgen und Diskussionen wurde bereits im Vorfeld mit Austrian Illustration und Thomas Aigelsreiter zu einem Plakatwettbewerb aufgerufen. Die eingesandten Arbeiten wurden via Publikumsvoting auf der Facebook-Seite des Gartenbaukinos bewertet. Einerseits. Andererseits gab’s eine Jury-Wertung – mit dem Ergebnis, dass zwei Siegerplakate gekürt und als limitierte Kunstdruckedition gedruckt wurden. Ausgestellt werden alle Entwürfe zur Kubrick-Retrospektive im Gartenbaukino.

Info: Stanley Kubrick – eine Werkschau. Von 30.9. bis 18.10 im Gartenbaukino.

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