Betsy Horne als Feldmarschallin und Angela Brower als Octavian im Klagenfurter "Rosenkavalier"

© Christian Kaufmann

Wenn die Zeit zum Saisonauftakt prachtvoll verrinnt
09/20/2013

Wenn die Zeit zum Saisonauftakt prachtvoll verrinnt

Das Stadttheater Klagenfurt zeigt einen gelungenen "Rosenkavalier" von Strauss.

Besonders wegen der enormen Schwierigkeiten im musikalischen Bereich stellt es nicht nur für kleinere Bühnen eine große Herausforderung dar, Richard Strauss’ „ Rosenkavalier“ auf die Bühne zu hieven. Das Klagenfurter Stadttheater wagte sie trotzdem und gewann.

In erster Linie wegen eines exzellenten, homogenen, wortdeutlichen und überwiegend jung besetzten Sängerensembles: Allererst wäre Golda Schultz als Sophie zu nennen, die über einen wunderbar klaren und innigen Sopran verfügt. Als neues Ensemblemitglied des Hauses darf man sich über ihren weiteren Einsatz freuen.

Sehr berührend

Mit subtiler, berührender Gesangskultur singt Betsy Horne die Feldmarschallin. Angela Brower ist ein stimmlich souveräner Octavian mit kleinen Schärfen in der Höhe, sie sollte etwas weniger outrieren. Der Ochs von Michael Eder ist sympathisch derb mit vibratoreicher Höhe, aber profunder Tiefe. Mit reifem Timbre singt Rolf Haunstein den Faninal. Ilker Acayürek trägt die Sängerarie mit wunderbar weichen Tönen vor. Christa Ratzenböck und Patrick Vogel sind ein ideales Intrigantenpaar.

Nun offiziell als neuer Chefdirigent stellt sich Alexander Soddy am Pult des Kärntner Sinfonieorchesters vor: Nach anfänglichen Wackelkontakten und verhetztem Beginn, wählt der junge Brite auch sonst recht straffe Tempi, was teils auf Kosten der Exaktheit geht. Im Phonpegel immer sehr zurückhaltend und somit sängerfreundlich, gelingt ihm bald sehr analytisch, die Feinheiten der vielschichtigen Partitur und des Farbenkosmos mit großer Durchsichtigkeit erklingen zu lassen. Vor allem die kammermusikalischen Stellen und das Finale werden herrlich musiziert.

Sehr ästhetisch

„Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding!“ Das unwiderrufliche Verrinnen und Vergehen der Zeit ist das Thema des Librettos von Hugo von Hofmannsthal. Regisseur Marco Storman nimmt diese poesievollen Zeilen auf und zeigt diese Vergänglichkeit in einer ästhetischen Kulisse eines Hauses, teils unter Palmen, teils im Schnee, wobei er die Figur des „Mohren“ in seiner Präsenz sehr ausweitet.

In seiner eher konventionellen Inszenierung werden die Figuren bewegungsfreudig geführt. Große Zustimmung im Publikum!

KURIER-Wertung:

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