Spektakulärer Kunst-Transport in Tirol

Die umstrittene Übersiedelung des riesigen Innsbrucker "Rundgemäldes" ist am Samstag abgeschlossen worden.

Die umstrittene und zum Teil heftig kritisierte Übersiedelung des Innsbrucker Rundgemäldes - ein riesiges kreisrundes Panoramabild - ist am Samstag abgeschlossen worden. Das eine Gesamtfläche von rund 1.000 Quadratmeter umfassende Gemälde wurde auf zwei Rollen aufgewickelt, in einem speziell konzipierten Transportrahmen fixiert ... ... und nach einer Fahrt mit einem Tieflader durch die Tiroler Landeshauptstadt mittels Kran über eine Öffnung im Dach des Bergiselmuseums an seinen neuen Standort gehievt. Das 94,4 Meter lange und 10,6 Meter hohe Gemälde wurde für den Transport an einer Naht geöffnet, teilte das Land Tirol in einer Aussendung mit. In den nächsten Wochen soll es dann ausgerollt und abschließende Restaurierungsarbeiten durchgeführt werden. Nach der Übersiedelung des Rundgemäldes könne nun auch der bauliche Zustand der Rotunde, die das Werk bisher beherbergte, in vollem Umfang beurteilt werden. "Stadt und Land richten eine Arbeitsgruppe ein, die bereits eingegangene Vorschläge für die Nachnutzung der Rotunde sowie der Hungerburg-Talstation sichten und eine realistische Gesamtlösung für das gesamte Areal entwickeln wird", kündigte Kulturlandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) an.

Bild (v.li.): Restaurator Christian Marty, Landeskonservator Werner Jud, Kulturlandesrätin Beate Palfrader, Landtagspräsident Herwig van Staa im neuen Museum. Kritiker, unter anderem der International Panorama Council (IPC), hatten im Vorfeld mehrmals betont, dass das Gemälde durch die Übersiedelung seines wichtigsten Kontextes beraubt würde. Das Ensemble zeuge von der Unterhaltungsgeschichte früherer Zeiten. Das 1896 entstandene Kolossalgemälde in Innsbruck sei mit drei anderen Panoramen weltweit das letzte, das nahezu vollständig und unverändert in seiner Originalform erhalten sei. Es gelte als einzigartiges Beispiel für das klassische Panorama mit Rundgemälde, Vorgelände, klassischer Rotunde und der Tageslichtführung von oben. Am Bergisel soll ein "Museum der Traditionskultur" entstehen. Dieses soll unter anderem das Riesenrundgemälde, das die Schlacht am Bergisel zeigt, das Tiroler Kaiserjägermuseum und eine Dauerausstellung zur Geschichte Tirols beherbergen.
(apa / tem) Erstellt am
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