Spannender "Tannhäuser" an der Staatsoper

Szenenfoto
Foto: Wiener Staatsoper - Michael Pöhn Peter Seiffert sang den Tannhäuser zum ersten Mal in Wien. Ideale Elisabeth: Petra Maria Schnitzer

Bei Strauss und Wagner ist man am Ring mehr als firm: Das bewies nach der Wiederaufnahme von "Frau ohne Schatten" der "Tannhäuser" mit Peter Seiffert.

Das soll der Wiener Staatsoper erst einmal ein anderes Haus nachmachen. Nur einen Tag nach einer glanzvollen Aufführung der "Frau ohne Schatten" von Richard Strauss startete am Ring eine Spielserie (Reprisen: 21. und 25. März) von Richard Wagners "Tannhäuser". Und wieder ist von einem äußerst gelungenen, packenden Abend zu berichten.

Sicher: Claus Guths psychologisch motivierte, irgendwo zwischen Stundenhotel, Schwindfoyer und Irrenanstalt angesiedelte Inszenierung spaltet nach wie vor das Publikum. Musikalisch aber ist dieser "Tannhäuser" sehr spannend. Das liegt auch an Dirigent Bertrand de Billy, der mit dem fast immer exzellenten Orchester dem Werk seinen eigenen Stempel aufdrückt. De Billy setzt auf Tempo, auf Dramatik, kostet die intimeren Szenen schön aus, macht dennoch die kühne Radikalität von Wagners Musik deutlich.

De Billy hat aber auch einen exzellenten Tannhäuser zur Verfügung: Tenor Peter Seiffert gab in dieser Partie sein Wiener Rollendebüt, sang kraftvoll, höhensicher und etwa in der "Rom-Erzählung" berührend schön. Grandios.

In der Sopranistin Petra Maria Schnitzer findet dieser Tannhäuser denn auch eine ideale Elisabeth, in dem kultivierten Bariton Ludovic Tézier einen nicht minder idealen Wolfram. Iréne Theorin jedoch müht sich als Venus ziemlich ab. Sehr erfreulich: Sorin Coliban als profunder Herrmann, Norbert Ernst als Walther und Lars Woldt als Biterolf. Wagnerianer dürfen sich freuen.

KURIER-Wertung: **** von *****

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(kurier) Erstellt am
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