Kultur
18.01.2018

"Señora Teresas Aufbruch in ein neues Leben": Neustart in der Wüste

Unaufgeregtes Roadmovie durch die argentinische Weite..

Von dem langweiligen deutschen Verleihtitel sollte man sich nicht abschrecken lassen: „Die Braut der Wüste“, wie es im spanischen Original lauten würde, driftet als kleines, feines Roadmovie durch eine karge argentinische Landschaft. Hinter das Steuer haben die Regisseurinnen Cecilia Atán und Valeria Pivato zwei eher untypische Protagonisten gesetzt.

Die Haushälterin Teresa muss nach jahrzehntelangen treuen Diensten im Hause einer wohlhabenden Familie in Buenos Aires den Job wechseln. Die Herrschaft kann sich ihre Angestellte nicht mehr leisten, entfernte Verwandte ein paar hundert Kilometer weiter im Norden des Landes nehmen sie auf. Während der mühseligen Reise durch die argentinische Wüste vergisst Teresa ihre Tasche im Wohnwagen eines Straßenhändlers. Um diese zurück zu bekommen, tingelt sie mit ihm alle seine Verkaufsstationen ab.

Die unglaublich wandlungsfähige Paulina Garcia (bekannt aus „Gloria“) spielt ihr ältliches Hausmädchen zuerst in mausiger Bescheidenheit. Zarte Rückblenden erzählen über ihre kleinen Freuden als stille Hand in einer Familie, die letztlich nie ihre eigene wurde. Doch die Fahrt durch die weite Natur erhellt zunehmend ihr angestrengtes Gesicht, die aufkeimende Freundschaft mit dem Straßenhändler erzeugt befreifende Jugendlichkeit. Unaufgeregt erzählen die Regisseurinnen ihre kleine Geschichte über große Gefühle.

INFO: Argentinien/ Chile 2017. 78 Min. Von Cecilia Atán und Valeria Pivato. Mit Paulina Garcia, Claudio Rissi.

KURIER-Wertung: