Schneewittchen

© Wolfgang Kirchner

Kritik Salzburger Festspiele

"Schneewittchen": Ein Märchen in Zeitlupe

"Schneewittchen" ohne Worte im Landestheater.

von Gert Korentschnig

08/16/2013, 04:07 PM

Nicolas Liautard, der im vergangenen Jahr die Uraufführung von Händl Klaus („Meine Bienen. Eine Schneise.“) in Salzburg inszeniert hatte, zeigt heuer im Landestheater seine Version des Grimm’schen Märchens „Schneewittchen“. Mit vier Schauspielern, vier weißen Tauben, einem echten Pferd und ohne Worte. Gedacht ist dieses Gastspiel für Kinder ab 7 und für Erwachsene.

Wer einen herkömmlichen Theaterabend erwartet, im Stil farbenprächtiger, actionreicher Kinderstücke, wird von der nur knapp eine Stunde dauernden Aufführung enttäuscht sein. Wer sich darauf einzulassen gewillt ist, erlebt ein intensives, poetisches, extrem verlangsamtes Stück, gegen das heute übliche Gameboy-Tempo. Die Geschichte wird, etwas verkürzt, mit stummem Spiel, Schattenbildern, einigen Videoprojektionen, dann wieder in beeindruckendem Licht, dargestellt.

Fotos der Inszenierung

Pauline Acquart ist ein Schneewittchen in Zeitlupe, Marion Suzanne die böse Stiefmutter. Es handelt sich mehr um Konzept- als um Schauspielkunst.

Erotik spielt ebenso eine Rolle wie Dramatik – daher ist es mehr für die Großen geeignet, manchen kleinen Kindern war die Premiere zu aufregend. Eines sagte zu Beginn, als es im Theater dunkel wurde, laut: „Jetzt ist Kino.“ Und wurde von den Eltern korrigiert: „Das ist Theater.“

Allein das zeigt, wie wichtig es ist, auf Filmkonsum fixiertes junges Publikum auch mit dieser Kunstform zu konfrontieren. Und dass die Festspiele es mit dieser non-verbalen Produktion versuchen, ist durchaus mutig und nur auf den ersten Blick fad.

KURIER-Wertung: *** von *****

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