Kultur
05.12.2011

Schmankerl-Gala mit Natalia Ushakova

Kritik: Unter dem Motto "Klänge der Heimat" präsentierte Natalia Ushakova am Donnerstag ein Galakonzert im Festschloss Hof.

Unter dem Motto "Klänge der Heimat" präsentierten Natalia Ushakova und die Philharmonie Marchfeld unter Bettina Schmitt am Donnerstag ein Galakonzert im Festschloss Hof. Wetterbedingt wurde die Bühne nicht wie geplant im Arkadenhof, sondern in der Reithalle aufgebaut, was eine rustikal-charmante Konzertatmosphäre zur Folge hatte. Laut prasselnder Regen, ein verirrter Vogel im Gebälk, gute Laune vor, auf und hinter der Bühne.
Bei der Musik verließ man sich ganz auf das Lockmittel Gefälligkeit: Eine bunte Mischung aus italienischem, russischem und österreichischem Repertoire. Ein treffsicheres Ein-Hit-jagt-den-anderen-Potpourri und eine Anspielung auf die Herkunft der Künstlerinnen: Ushakova wurde in Russland geboren, Dirigentin Schmitt wuchs in Italien auf. Beide Damen haben Österreich zu ihrer Wahlheimat gemacht.

So reihte sich im ersten Teil Verdi an Mascagni, Puccini an Tschaikowski und Dvorák. Höhepunkte dabei waren ein gefühlvoll gespieltes Intermezzo aus der "Cavalleria rusticana", Rusalkas intensiv gestaltetes "Lied an den Mond" und natürlich "È strano" aus der "Traviata".
Im zweiten Teil konzentrierte sich die Sängerin vor allem auf ihr bühnenwirksames Temperament. Hervorgehoben seien ein entzückendes Schwipslied, ein feuriger Fledermaus-Csárdás und schließlich sogar ein mit vollstem Einsatz getanzter Can-Can.
Fazit: Viel Applaus, viel Amüsement und ganz viele Kusshändchen.

KURIER-Wertung: *** von *****