Kultur
05.12.2011

Schauspielerin Rosel Zech gestorben

Die deutsche Schauspielerin Rosel Zech starb im Alter von 69 Jahren an Knochenkrebs. Sie war eine große Darstellerin labiler, gefährdeter Frauen.

Berühmt wurde sie in der Titelrolle, dem drogenabhängigen, selbstquälerischen Ufa-Star, in Rainer Werner Fassbinders vorletztem Film: "Die Sehnsucht der Veronika Voss" (1982). In den letzten Jahren war sie als gestrenge Mutter Oberin aus der ARD -Serie "Um Himmels Willen" bekannt.

Am Mittwoch ist Rosel Zech 69-jährig in Berlin an Knochenkrebs gestorben.
Zwei Regisseure waren prägend für die Schauspielerin, die vor allem in labilen, gefährdeten Frauenrollen überzeugte: Peter Zadek, mit dem sie den Durchbruch am Theater erlebte, und Fassbinder. Mit dem zu spielen sei ein Kinderspiel gewesen: Er hätte die Filme bereits komplett im Kopf gehabt. Schon in Fassbinders "Lola" (1981) wirkte die Zech neben Mario Adorf als neureiche Gattin mit.

Theater war für sie "als Schauspielerin die Königsdisziplin". 1977 wurde sie als Hedda Gabler im Ibsen-Drama zur Schauspielerin des Jahres gewählt.

In München begeisterte sie u. a. in der deutschen Erstaufführung von Per Olov Enquists Stück "Die Bildermacher" in der Rolle der schwedischen Dichterin Selma Lagerlöf.
Für ihre Darstellung im Theaterstück "Eines langen Tages Reise in die Nacht" erhielt sie 1990 die Kainz-Medaille der Stadt Wien.
Und 2005 stand sie am Hamburger Schauspielhaus in Yasmina Rezas "Ein spanisches Stück" in der Inszenierung von Jürgen Gosch auf der Bühne.

Eine Auswahl ihres Schaffens:

THEATER:

- "Penthesilea" - Regie: Klaus-Michael Grüber (Stuttgart 1970)
- "Hedda Gabler" - Regie: Peter Zadek (Bochum 1976/77)
- "Julius Caesar - Regie: Peter Stein (Salzburg 1992/93)
- "Der Kirschgarten" - Regie: Dietmar Pflegerl (Wien 1999)
- "Ein spanisches Stück" - Regie: Jürgen Gosch (Hamburg 2005/06)

FILM:

- "Lola" - Regie: Rainer Werner Fassbinder (1981)
- "Die Sehnsucht der Veronika Voss" Regie: Fassbinder (1981/82)
- "Salmonberries" - Regie: Percy Adlon (1991)
- "Aimée und Jaguar" - Regie: Max Färberböck (1999)
- "Väter" - Regie: Dani Levy (2002)

FERNSEHEN:

- "Mascha" - Regie: Hans Eberhard Quelle (1983)
- "Ein fliehendes Pferd" - Regie: Peter Beauvais (1984/85)
- "Die Bertinis" - Regie: Egon Monk (1987/88)
- "Annas Albtraum kurz nach 6" - Regie: Roland Suso Richter (2007)
- "Schicksalsjahre" - Regie: Miguel Alexandre (2011)