Stefanie Sargnagel ist derzeit Stadtschreiberin in Klagenfurt.

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Kultur
03/14/2017

Sargnagel: Verfassungsschutz ermittelt gegen Hassposter

Der Arm des Gesetzes greift nach Hasspostern, die der Autorin Vergewaltigung und Tod wünschten.

Nach einer Welle von Hasspostings gegen die Autorin Stefanie Sargnagel (mehr dazu hier) hat das Landesamt für Verfassungsschutz die Ermittlungen aufgenommen. „Es könnte sich um den Straftatbestand der Verhetzung handeln“, sagte ein Polizeisprecher am Montag und bestätigte damit einen Bericht des Standard.

Sargnagel, beim Bachmannpreis 2016 mit dem Publikumspreis ausgezeichnet, hatte zusammen mit den Autorinnen Maria Hofer und Lydia Haider einen Beitrag über eine mit öffentlichen Mitteln geförderte Reise nach Marokko veröffentlicht, in dem sie satirisch überspitzt auf schnodderige Art über Alkohol, einen Ausflug im Minirock, Drogen und angebliches Katzentreten berichtete.

Unter der Überschrift „Saufen und Kiffen auf Kosten des Steuerzahlers“ hatte der Chefredakteur von Krone.at, Richard Schmitt, das Verhalten der Facebook-Poetin und ihrer Begleiterinnen kritisiert. Daraufhin kam es in sozialen Medien zu Gewaltaufrufen gegen die Autorin: Poster und Posterinnen wünschten der Autorin Vergewaltigung und Tod. Diese Personen, die teilweise nichts daran fanden, unter ihrem Klarnamen exzessive GEwaltfantasien niederzuschreiben, werden sich nun wohl mit den Behörden auseinanderzusetzen haben.

Satire ist nicht für alle

Gerhard Ruiss, Sprecher der IG Autorinnen und Autoren, verurteilte die Angriffe: „Es ist schlecht bestellt um das politische, gesellschaftliche und kulturelle Klima in Österreich“, erklärte er.

Einstweilen nutzte das Wiener Rabenhof-Theater die Aufmerksamkeit für die bevorstehende - und schon länger geplante - Uraufführung des Stücks "JA, EH! – Beisl, Bier und Bachmannpreis" am 19. April. "Selbstverständlich werden dabei die aktuellen Ereignisse – im O-Ton – Eingang finden. Inklusive den schönsten Kronen Zeitung-Hasspostings", heißt es in einer Ankündigung des Theaters. Und: "Katzenbabys werden demnächst gecastet". Nach der Aufregung der vergangenen Tage scheint es durchaus möglich, dass auch diese Ankündigung von einigen Skandal-Zündlern für bare Münze genommen wird.