Kultur
05.12.2011

Ruth Maria Kubitschek wird 80

Die am häufigsten besetzte Gräfin des deutschen Fernsehfilms feiert am 2. August ihren Geburtstag.

Servus, Spatzl." Die Karriere von Ruth Maria Kubitschek ist undenkbar ohne ihr alter Ego, die "Frau von Söttingen", alias das "Spatzl". Ihr Gatte, der Monaco Franze (Helmut Fischer), der ewige Stenz, war gewiss von einem eigenen Schlag, aber auf seine ganz besondere Weise doch ewig treu. Und sie, die Annete, wie Assistentin Olga (Christine Kaufmann) sie mit gespitztem Mündchen nannte, war bestimmt nicht ganz ahnungslos, was den Verbleib ihres umtriebigen Gatten anbelangte, wenn der wieder einmal nicht in die Oper mochte. Stattdessen schickte er seinen Kollegen Manni, damit der eine Ausrede erfand. Das Spatzl blickte vornehm drüber hinweg.

Heute ist Ruth Maria Kubitschek 80. Und sie ist fast noch genauso schön wie in der Rolle des "Spatzl". Dem perfekt sitzenden blonden Pagenkopf ist sie treu geblieben. Kaum zu glauben, dass Kubitschek ihr Bildschirmdebüt mit dunklen Locken absolvierte: Als "Carmen" in einer Fernsehinszenierung von Bizets Oper 1956. Acht Jahre später war sie sogar mit pechschwarzer Langhaar-Perücke in einer "Old Shatterhand"-Verfilmung zu sehen.
Ruth Maria Kubitschek wurde am 2. August 1931 in Komotau in der Tschechoslowakei geboren. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs floh sie mit ihrer Familie nach Köthen. In Halle und Weimar studierte sie Schauspiel und blieb 1959 nach einem Theaterengagement in Westdeutschland, wo sie zunächst Theaterauftritte absolvierte, unter anderem bei Fritz Kornter in den Münchner Kammerspielen.

Von und zu

Man tut Frau Kubitschek sicher kein Unrecht, wenn man ihrer Rolle in der zehnteiligen Serie "Monaco Franze" aus den frühen 1980er-Jahren viel Platz einräumt. Das tut sie selbst auch. Auf ihrer Homepage gibt es ein einziges Bild aus ihrer Filmbiografie - es zeigt sie mit Helmut Fischer. Dem "Ewigen Stenz" scheint sie verbunden zu sein.
Es folgten Serien wie "Kir Royal" (1986) und "Das Erbe der Guldenburgs" (1986- 1989). Und viele andere TV-Auftritte, in denen sie eine "von" oder "zu" gab: "Dorothea von Siethoff", "Maria von Steuben", "Friederike von Unruh". Die Gräfinnen lagen der Kubitschek.
Heute widmet sie sich der Esoterik und dem Schreiben einschlägiger Bücher. Sie veranstaltet "Begegnungs- und Erfahrungsanlässe" in ihrem Atelier oder aber auch im "Garten der Aphrodite". Laut Zeitungsberichten musste sie die Begegnungen nach Anrainerbeschwerden über zugeparkte Straßen einschränken. 1989 veröffentlichte sie ihr erstes Buch: "Engel, Elfen, Erdgeister". Zuletzt erschien "Sterne über der Wüste" (Langenmüller). 2010 war Kubitschek im TV-Zweiteiler "Cinderella" zu sehen.