Plácido Domingo spielte eindringlich, Marina Rebeka war eine herrliche Violetta

© /Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Kritik
05/18/2016

Domingo-Rollendebüt: Ein besonderer Abend

Plácido Domingo war erstmals als Vater Giorgio Germont an der Staatsoper zu erleben.

Ausverkauft war die "Traviata"-Vorstellung am Dienstag in der Wiener Staatsoper. Natürlich. Dass es sich um einen besonderen Repertoirevorstellungsabend handelte, ließ bereits die prickelnde Stimmung im Foyer erahnen. Viele handgeschriebene Zettel wurden in die Höhe gehalten, "Karte gesucht" war darauf zu lesen.

Im Orchestergraben ging Direktor Dominique Meyer durch die Reihen und begrüßte die sich einspielenden Musiker. Und als Domingo schließlich die Bühne betrat, da brauste augenblicklich Applaus auf. Ein Publikumsliebling ist ein Publikumsliebling ist ein Publikumsliebling, frei nach Gertrude Stein.

Die Rolle des Vaters steht Domingo. Domingo spielte eindringlich, zeigte das Hin- und Hergerissensein der Figur absolut glaubhaft.

An seiner Seite zeigte Marina Rebeka eine herrliche Violetta. Sie sang und spielte – ganz der Rolle gemäß - um ihr Leben. Dmytro Popov hatte es zwischen diesen beiden Bühnenkalibern nicht leicht, schlug sich aber wacker in der Partie des Alfredo. Sehr homogen das weitere Ensemble mit Joseph Dennis als Gaston, Zoryana Kushpler als Flora und Donna Ellen als Annina.

Im Graben leitete Marco Armiliato ganz ohne Partitur die Geschicke. Giuseppe Verdis Musik scheint ein Teil von ihm zu sein. Das Orchester agierte beherzt und sensible. Schlussendlich langanhaltender Applaus, viele Blumen und eine Prise Nostalgie.

Von Marion Eigl

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