© Florian Wieser

Donauinsel
06/04/2016

Rock in Vienna: Du riechst so gut

Rock in Vienna Tag 1: Rammstein, Slayer, Anthrax – und ein japanischer Scherz.

von Guido Tartarotti

Das Rock In Vienna ist das "erwachsenere" Festival, behaupten die Veranstalter – im Vergleich zum jugendlichen Nova-Rock. Anhand des Line-Ups lässt sich diese Behauptung nicht belegen: Rammstein und Iron Maiden verdienen sich (in Dauerrotation mit Metallica und den Toten Hosen) fast jedes Jahr auf heimischen Festivals ihr Urlaubsgeld. Auch Bands wie In Extremo, Mando Diao, Slayer, Eisbrecher, Apocalyptica, Anthrax, Biffy Clyro, Anti-Flag oder Nightwish hat man schon häufig auf dem Nova-Rock gesehen.

Einzig die offenbar bei lebendigem Leib mumifizierte Punkrock-Legende Iggy Pop (Headliner auf der Donauinsel am Samstag) ist ein Zugeständnis an die ältere Generation. Iggy Pop, der auch im 70. Lebensjahr für tolle Alben und Konzerte gut ist, ist kein typischer Festival-Nomade.

Der Unterschied zum Nova-Rock definiert sich eher durch die Form der Übernachtung: In Nickelsdorf schläft der Großteil der Besucher im Zelt – mit allen Begleiterscheinungen (Spaß im Schlamm; Ernährung in Form von Bier; Kopfweh). Das Rock In Vienna ist ein Heim- (oder Hotel)-Schläfer-Festival, Camping ist auf der Donauinsel nicht möglich. Angenehme Folge: Das Publikum riecht weniger streng.

Fotos vom ersten Tag

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Feuerwerker

Headliner des ersten Tages waren die verlässlichen Ostberliner Musikfeuerwerker von Rammstein. Der KURIER beschrieb ihr Konzert am Nova-Rock 2013 als Mischung aus Kasperltheater und Reichsparteitag und erntete dafür böse Fanpost. Wobei: Es ist, was es ist, sagten schon die Liebe und Erich Fried. Rammstein (die Musiker sind in der DDR aufgewachsen) nehmen die Ästhetik totalitärer Regime und führen sie mit den Mitteln des Metal-Pathos ins Absurde.

Diesen Trick haben sie übrigens nicht selbst erfunden, sondern vom slowenischen Musik-Kunst-Kollektiv Laibach abgeschaut (überprüfbar anhand der großartig durchgeknallten Laibach-Version von "Live Is Life", leicht auf youtube zu finden).

Wie auch immer: Rammstein (die ganz gewiss keine Nazis sind, in Interviews positionieren sie sich eher auf der linken Seite des Denkspektrums) – sind bestes, ironisches Rock-Theater, die Songs mahlen präzise, die Pyro-Einlagen und die völlig überdrehten Theater-Posen sind immer wieder ein großer Spaß. Bemerkenswert: Gitarrist Richard Z. Kruspe schmuggelt sogar eine Prince-Hommage in Form eines "Sexy MF"-Zitats in "Du riechst so gut". Das Publikum – etwa 45.000 am ersten Tag – jedenfalls war restlos begeistert.

Ebenfalls sehr unterhaltsam am ersten Tag: Die versteinerten Thrash-Metal-Giganten Slayer mit einem mächtigen, bösen Konzert und deren kleinere, lustige Cousins von Anthrax. Die Manga-Rock-Mädchentruppe Babymetal war dagegen entweder ein schlechter Scherz oder der Versuch, so zu tun, als nehme Japan am Song Contest teil, vermutlich aber eh beides.

Nett, aber zu leise: Die finnischen Cello-Metaller von Apocalyptica.

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