Rekordgewinn bei Tiroler Festspielen Erl

Szene aus dem "Parsifal" in Erl
Foto: Tiroler Festspiele Erl

Mehreinnahmen von 100.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr und eine Auslastung stets über 90 Prozent werden nur durch einen Unfall getrübt.


Die 14. Tiroler Festspiele Erl haben 2011 ein "Rekordergebnis" erreicht. Das teilte die Festivalleitung am Sonntagnachmittag nach 25 Tagen Spielzeit mit. Mit Mehreinnahmen von 100.000 Euro (2009: 627.600 Euro) sei das Budgetziel um 13 Prozent überschritten worden. Grund für den Erfolg waren etwa die umjubelte Eröffnung mit Anton Bruckners "romantischer" 4. Symphonie, ein "Tannhäuser" als "Frauenversteher", die "Meistersinger von Nürnberg" und "Parsifal". Seit der Eröffnung am 8. Juli kamen sieben Opern und fünf Symphoniekonzerte zur Aufführung. Die Auslastung lag nach Angaben der Organisatoren stets bei über 90 Prozent. Vier Veranstaltungen im Passionsspielhaus, der Spielstätte der Festspiele Erl, waren ausverkauft.

"Wir haben die Tiroler Festspiele Erl gegründet, um zu zeigen, dass man auch mit anderen Regeln als mit denen des konventionellen Musikbetriebs erfolgreich sein kann", so Festspielgründer, Intendant und Dirigent Gustav Kuhn in einer Aussendung. "Das diesjährige Ergebnis bestätigt unsere Philosophie erneut: die Musik muss im Vordergrund stehen, nicht der Kommerz und nicht wacklige Regiekonzepte", meinte der künstlerische Leiter. Die insgesamt 20.000 Festspiel-Besucher kamen nicht nur aus der näheren Umgebung und dem deutschsprachigen Raum. In diesem Jahr kamen auch Gäste aus Neuseeland, Japan oder auch Amerika. "Mich freut besonders, dass alle unsere Veranstaltungen - ob Oper, Konzert oder Kammermusik - so gut aufgenommen werden und wir in allen Sparten ein- oder mehrmals komplett ausverkauft waren", sagte Maria-Theresia Müller, geschäftsführende Direktorin der Tiroler Festspiele Erl. Wartelisten und Schilder mit der Aufschrift "Suche Karte" vor der Abendkasse seien 2011 fixer Bestandteil des Festspielalltags gewesen.

Umfangreiches Programm durch Unfall überschattet

Szene aus dem "Parsifal" in Erl Foto: Tiroler Festspiele Erl Szene aus dem "Parsifal" in Erl

Neben der Neuproduktion von Richard Wagners "Tannhäuser" standen die Wiederaufnahmen von Wagners "Meistersingern" und "Parsifal" am Programm. Zudem wurde eine Konzertreihe mit Werken von Bruckner, Verdi, Brahms und Beethoven - die 9. Symphonie ist in Erl mittlerweile Tradition - geboten. Auch 2011 fand eine Matinee der Osttiroler Musicbanda Franui statt. Ein mit Uraufführungen und Neuentdeckungen gespickter Kammermusikzyklus rundete das Programm ab.

Schatten auf den Erfolg warf am Sonntag ein Unfall. Ein Orchestermitglied wurde von einer umstürzenden Holzsäule im Bühnenbild verletzt. Die 28-jährige Weißrussin wurde während der letzten Aufführung der Festspiele am Kopf getroffen. "Sie erlitt eine Platzwunde und bleibt über Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus", teilte eine Sprecherin der Festspiele mit. Im Moment werde die Ursache für den "technischen Fehler" eruiert.

Um 11 Uhr begann die letzte Vorführung von Richard Wagners Oper "Parsifal" im Passionsspielhaus Erl im Bezirk Kufstein. Rund eine Stunde später löste sich die rund acht Meter lange und 50 Kilogramm schwere Holzsäule und fiel in Richtung Orchester, teilte die Polizei mit. Die Musikerin wurde nach der Erstversorgung ins Bezirkskrankenhaus gebracht. Die Aufführung wurde für etwa 15 Minuten unterbrochen.

(apa) Erstellt am
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