Kultur
03.01.2018

Regisseur Wedel mit Vorwürfen sexueller Belästigung konfrontiert

Mehrere Frauen werfen dem Fernsehregisseur sexuelle Übergriffe vor. Wedel bestreitet die Vorwürfe.

In der Debatte um sexuelle Übergriffe sieht sich nun auch ein deutscher Regisseur mit Vorwürfen konfrontiert. Der 75-jährige Dieter Wedel soll mehrer Frauen sexuell belästigt haben. Dies berichtet die Zeit. So sagt etwa eine ehemalige Schauspielerin gegenüber dem ZEITmagazin, dass Wedel sie 1996 bei einem Vorstellungstermin im Bademantel empfangen, sie gepackt und gegen die Wand gepresst habe.

Wedel selbst gab dem Magazin auch eine schriftliche Stellungnahme ab, in der er die Vorwürfe bestreitet. So sei er dieser Frau gegenüber "definitiv nie gewalttätig" gewesen: "Ich habe sie nicht 'gepackt', 'an die Wand gepresst' und auch nicht 'mit Gewalt zum Geschlechtsverkehr' gezwungen", sagt Wedel. Auch zu einem anderen Vorwurf nimmt der Regisseur Stellung. Im Artikel der Zeit werden auch ehemalige Mitarbeiter befragt. So sagt etwa ein Kameramann: "Die Schauspielerin, die nicht mit ihm schlafen wollte, hat er fertiggemacht."

Eigene Erfahrungen

Im November des Vorjahres hatte Wedel noch von eigenen Erfahrungen mit sexueller Belästigung berichtet. "Auch Männer sind Übergriffen ausgesetzt", sagte der 75-Jährige dem Radiosender FFH. Das habe er in seinen jungen Jahren als Theater-Schauspieler selbst erfahren.

"Ich wurde immer für schwul gehalten", sagte der heutige Intendant der Bad Hersfelder Festspiele. Einige Regisseure und Schauspieler hätten ihn "schon mächtig unter Druck gesetzt", schilderte Wedel. "Aber ich habe nicht nachgegeben und bin auch nicht gebrochen worden". Das habe aufgehört, als er etwa 30 Jahre alt war. "Da war ich schon bekannter Regisseur, da hat man auch über meine Freundin berichtet".