Radiotest: ORF-Flotte bleibt Platzhirsch

Mikro-Mann: Ö3 ist über Shows wie "Die große Chance" vermehrt auch im Fernsehen präsent
Foto: ORF/Ramstorfer

Die ORF-Sender sind mit 75 Prozent Marktanteil weiter tonangebend in der heimischen Radiolandschaft.

Die Radioflotte des ORF bleibt weiter tonangebend in der österreichischen Hörfunk-Landschaft. Zwar büßten die öffentlich-rechtlichen Sender laut aktuellem Radiotest für das erste Halbjahr 2011 einen Prozentpunkt Marktanteil ein, mit insgesamt 75 Prozent sind sie aber immer noch unangefochtene Nummer eins gegenüber den Privaten, deren Marktanteil stabile 22 Prozent betrug. Somit entfallen 75 von 100 gehörten Radiominuten weiterhin auf die ORF-Stationen. Die Privaten konnten aber ihre Tagesreichweiten steigern, erreichten also mehr Hörer als im Vorjahr.

Alle Sender des ORF zusammen hatten eine Tagesreichweite von rund 70 Prozent und damit täglich ein Publikum von über 5,2 Millionen Hörern, rechnete der ORF am Donnerstag in einer Aussendung vor. Für die Privatsender wird eine Tagesreichweite von 26,7 Prozent ausgewiesen; sie hatten täglich rund zwei Millionen Hörer. Marktanteilszuwächse gab es bei der jüngeren Zielgruppe - von 28 auf 30 Prozent.

Kronehit im Aufwind

Der österreichweite Private Kronehit erzielte eine Tagesreichweite von 9,3 Prozent, ein Prozentpunkt mehr als vergangenes Jahr. Bei den Jungen stieg das Plus von 12,1 Prozent auf 13,4 Prozent.

Die ORF-Sender im Detail: Die Regionalradios kommen wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 36 Prozent Marktanteil, Ö3 auf 32 Prozent und Ö1 auf sechs Prozent. FM4 erzielte zwei Prozent Marktanteil, bei der Zielgruppe der 14-bis 49-Jährigen kam der Jugendsender auf drei Prozent - ein Prozentpunkt weniger als von Jänner bis Juni 2010. Deutlich gestiegen ist die Reichweite von Ö1 von 8,6 Prozent auf 9,5 Prozent.

Der ORF nahm die Ergebnisse zufrieden zur Kenntnis. Generaldirektor Alexander Wrabetz bezeichnete sie als "sehr erfreulich, die ORF-Radioflotte konnte ihre starke Position als österreichischer Marktführer einmal mehr behaupten". Für Radiodirektor Karl Amon "besonders positiv" ist die "weitere Festigung der Marktführerposition für Ö3 nach Publikumszugewinnen sowie die Stabilität der Werte von FM4". Außerdem verwies Amon auf einen "Reichweitenrekord" für Ö1, dieser sei ein Erfolg der Wochenendreform beim Kultursender.

Wiener Markt umkämpft

Als heiß umkämpft gilt der Wiener Markt. Deutlich ist hier ein Rückgang der Tagesreichweite von Radio Wien bei den 14- bis 49-Jährigen von 12,3 Prozent auf 10,4 Prozent, dafür konnte der Marktanteil in dieser Zielgruppe um zwei Prozentpunkte auf 13 Prozent gesteigert werden. Ö1 legte in der Zielgruppe 10plus sowohl bei Reichweite (14,5 Prozent statt 11,7 Prozent) als auch bei Marktanteil (elf statt zehn) zu. Bei den Privaten wird für 88.6 in allen Kategorien ein Rückgang ausgewiesen.

Die durchschnittliche Radionutzungsdauer pro Tag betrug im ersten Halbjahr übrigens 202 Minuten. 82,6 Prozent der Österreicher schalten laut ORF-Medienforschung täglich das Radio ein. Als Tagesreichweite ist im Radiotest die addierte Zahl aller Nutzer definiert, die einen Radiosender an einem Tag mindestens eine Viertelstunde hören. Der Marktanteil dagegen gibt an, welchen Anteil der jeweilige Sender an der Gesamthördauer hat.

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(APA / tem) Erstellt am
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