"Radiance": Die letzten Strahlen des Lichts vor dem Sonnenuntergang

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Foto: /FILMladen Ayame Misaki verfasst Bildbeschreibungen für das Kino: "Radiance"

Zartfühlende Studie über das Erblinden von Naomi Kawase.

Über die Leinwand rauscht ein großes Drama über Liebe, Alter und Tod. Doch die Zuseher sind sehbehindert. Es ist die Stimme einer jungen Frau, die ihnen mit zarter Stimme die Beschreibungen zu den Bildern liefert. Aber was genau sieht sie? Und wie kann sie beschreiben, was sie sieht?

Ein Fotograf, der aufgrund einer Krankheit gerade sein Augenlicht verliert, kritisiert die Bildbeschreibungen der jungen Frau – und stößt sie damit an die Grenzen des Sagbaren. Gleichzeitig kämpft er mit dem Verlust seiner Sehkraft und versucht, mit seiner Kamera die Gegenwart vor dem Verschwinden zu bewahren.

Licht und Schatten – die Grundthemen des Kinos – beflügeln die japanische Regisseurin Naomi Kawase zu einer tief empfundenen Stimmungsstudie. Die letzten Lichtstrahlen, die der Fotograf vor seiner endgültigen Erblindung zu erhaschen sucht, korrespondieren mit sensationellen Sonnenuntergängen. Kawase filmt ins Gegenlicht, verdunkelt die Figuren zu Schattenrissen oder taucht sie in warmes Licht. Bei ihr macht Liebe nicht blind, sondern sehend.

INFO:  J/F 2017. 101 Min. Von Naomi Kawase. Mit Masatoshi Nagase, Ayame Misaki, Tatsuya Fuji.

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(kurier) Erstellt am
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