Kultur
27.05.2017

Puls4 nimmt Satirebeitrag über Sobotka offline

Offensichtlich wurde eine Sobotka-Parodie aus "Bist du deppert?" nach Intervention aus dem Ministerium aus der Mediathek entfernt. Mit Trailer-Video.

(* Update: Inhalte aus dem beanstandeten Satirebeitrag und ein Trailervideo*)

Von einer der letzten Folgen der Puls4-Reihe "Bist du deppert" fehlt in der Fassung, die über die Puls4-Mediathek abrufbar ist, ein Teil. Das berichtet der Standard online.

Dabei geht es ausgerechnet um eine Passage, in der Innenminister Wolfgang Sobotka und seine Gattin durch den Kakao gezogen werden. Nun liegt laut Standard die Vermutung nahe, dass dies nach Intervention aus dem Innenministerium passiert ist.

Laut dem Bericht rechtfertigt sich Puls4 so, dass der Sendungsteil der Folge vom 16. Mai aus rechtlichen Gründen nicht online gestellt wurde.

"Unter der Gürtellinie"

Das Büro von Sobotka erklärte dem Standard: "Wir haben dem Sender kundgetan, dass wir den Beitrag für unter der Gürtellinie erachten, weil Familienmitglieder dargestellt werden, in einer Art und Weise, die wir nicht für richtig halten."

Moderator Gerald Fleischhacker weiß auch noch nichts Näheres, wie er auf twitter berichtet. "Könnte aber sein, dass 1+1=2 ergibt", schreibt der Sendungsmacher.

Trailer-Video

In dem Beitrag für "Bist du deppert" verkörperte Aida Loos den Innenminister, während Gregor Seberg dessen Frau spielt. In einem Trailer für die Sendung ist zu sehen, wie die Sobotka nachempfundene Figur gegen "Spaßdemonstrationen" wettert und dabei aus Wut einen Guglhupf in einen Haufen Brösel verwandelt. Anschließend beschwert sich der Wütende, dass der Kuchen zu heiß sei.

Dabei handelt es sich wohl nicht um die beanstandete Szene. In dem einer Sitcom nachempfundenen Satirevideo wurde allerdings auch gezeigt, wie die Hauptfigur beim Verlassen des Hauses mehrmals in einen Haufen Kot tritt. Damit wird offensichtlich darauf Bezug genommen, dass Sobotka in einem Interview kundgetan hatte, vor seiner Haustür mehrmals "menschlichen Kot" gefunden zu haben – weswegen er dort laut eigenen Angaben eine Kamera installiert habe.

Zudem wurde auf die Reisetätigkeit des Innenministers hingewiesen, nachdem Sobotka im Februar dieses Jahres in einer parlamentarischen Anfragebeantwortung Kosten für diverse Charterflüge offengelegt hatte. Im Video wirkt sich die häufige Abwesenheit des Protagonisten auch auf das private Zusammenleben aus.