Kultur 17.04.2012

Pulitzer-Preis an "Philadelphia Inquirer"

© Bild: AP/Joseph Kaczmarek

Redakteure erhielten den Hauptpreis für Berichte über Gewalt von Jugendlichen an Schulen. Romanautoren gingen zum ersten Mal seit 35 Jahren leer aus.

In der journalistischen Königskategorie "Dienst an der Öffentlichkeit" setzte sich bei der Vergabe der diesjährigen Pulitzer-Preise der "Philadelphia Inquirer" gegen den ebenfalls nominierten "Miami Herald" und die "New York Times" durch, gab die Columbia-Universität am Montag in New York bekannt.

Die "Philadelphia Inquirer"-Redakteure überzeugten mit ihrer Berichterstattung über Gewalt von Jugendlichen an öffentlichen Schulen. Durch den Einsatz von "starker schriftlicher Erzählkunst und Videos wurde die Gewalt von Schülern an Schülern beleuchtet", hieß es in der Erklärung der Jury. Durch die Berichterstattung seien Reformen vorangetrieben worden, die die Sicherheit von Lehrern und Schülern verbessern sollen.

Die große Überraschung bei den diesjährigen Pulitzer-Preisen ist eine Nicht-Vergabe: Erstmals seit 35 Jahren wurde 2012 kein Roman mit der begehrten Auszeichnung gewürdigt. Die Jury wollte keinem der drei Kandidaten aus der Endrunde den Preis zuerkennen, ein Grund für die Entscheidung ist noch nicht bekannt. Chancen auf den Pulitzer-Preis hatten der in München geborene Schriftsteller Denis Johnson mit dem Kurzroman "Train Dreams", seine junge Kollegin Karen Russell mit "Swamplandia!" und der 2008 gestorbene Autor David Foster Wallace. Sein letzter Roman "The Pale King" war erst nach dem Freitod des Autors mit 46 Jahren abgeschlossen worden.

Fotografie


Von den 14 Journalistenpreisen erhält Bildreporter Massoud Hossaini (Agence France-Presse) den der Sparte "Breaking News Fotografie". Sein Bild zeigt ein schreiendes Mädchen inmitten von Verletzten nach einem Selbstmordanschlag in Afghanistan. Die " New York Times" sahnte zwei Preise ab, einen für "Erläuternde" und einen für "Internationale Berichterstattung". Die Auszeichnung in der Kategorie "Breaking News" geht an die Journalisten der "Tuscaloosa News" (Alabama) für ihre weitgreifende Abdeckung der Auswirkungen eines verheerenden Tornados.

Der Pulitzer-Preis wurde von dem aus Österreich-Ungarn stammenden Journalisten und Zeitungsverleger Joseph Pulitzer gestiftet und wird seit 1917 verliehen. Er ist der höchste Medienpreis in den USA. Die Auszeichnungen werden in 21 Kategorien ausgeschrieben und sind mit jeweils 10.000 Dollar (7.600 Euro) dotiert.

Erstellt am 17.04.2012