Im Kunstmuseum der niederländischen Stadt Nimwegen gackert es: Federvieh der besonderen Art zeigt der belgische Künstler Koen Vanmechelen mit seinem «Cosmopolitan Chicken Project», das von Samstag an in dem Museum dokumentiert ist (undatiertes handout). Der 1965 geborene Belgier kreuzt seit vielen Jahren nationale Hühnerrassen miteinander, um ein universales, kosmopolitisches Huhn entstehen zu lassen, erläuterte das Museum Het Valkhof am Mittwoch die bis zum 29. Juni geöffnete Ausstellung. Erstmals werde jetzt die neue zehnte Generation dieser «Bastardhühner» Vanmechelens vorgestellt. dpa (ACHTUNG: Bildverwendung nur für die Berichterstattung über die Ausstellung.) +++(c) dpa - Bildfunk+++

© APA/Museum Valkhof

Prix Ars Electronica 2013
05/16/2013

Goldene Nica für belgischen Hühnerzüchter

Koen Vanmechelen darf sich für sein "The Cosmopolitan Chicken Project" über eine Goldene Nica bei dem Prix Ars Electronica freuen.

Hühner gehören zu den Stars des diesjährigen Prix Ars Electronica: "The Cosmopolitan Chicken Project" aus Belgien erhält eine Goldene Nica in der Kategorie Hybrid Arts. Die Gewinner des voestalpine-Preises "the next idea" arbeiten an einer Weiterentwicklung der im Vormarsch befindlichen 3D-Drucker. Künstler aus 73 Ländern haben insgesamt 4.071 Projekte eingereicht. Die Gewinner wurden am Donnerstag in einer Pressekonferenz vorgestellt.

Koen Vanmechelen, der die Nica in der Kategorie Hybrid Art erhält, hat seit 1999 Hühner aus aller Welt gekreuzt und arbeitet an der Züchtung des ultimativen kosmopolitischen Hendls, das die genetischen Informationen aller Hühnerpopulationen weltweit in sich trägt. Sein "Cosmopolitan Chicken Project" nimmt Fragestellungen zur ethischen Vertretbarkeit von Gentechnik oder zur Identität des Einzelnen in einer multikulturellen Gesellschaft auf und stellt die Ergebnisse in verschiedenen Formen dar. Im OK, wo die Gewinner üblicherweise in der "CyberArts"-Ausstellung zu sehen sind, sieht man sich für die Aufnahme des Geflügels gut gerüstet: Am Vorplatz stand laut Direktor Martin Sturm im 19. Jahrhundert ohnehin schon einmal ein Hühnerstall.

Digital Communities

Die Goldene Nica in der Sparte Digital Communities erhält das spanische Projekt "El Campo de Cebada". Der gleichnamige Platz in Madrid war einst ein beschaulicher Altstadtmarkt. Dann kauften Investoren das Areal, rissen alles nieder - und taten weiter nichts. Mit dem Projekt eroberten sich die Bürger das brachliegende Stück Stadt zurück: Auf einer Webplattform werden Iden für die Nutzung gesammelt und umgesetzt. Die Palette reicht von Kino und Theater über Wettkämpfe, Workshops bis hin zu Obstbäumen und Bademöglichkeiten im Sommer. Die Jury sah darin ein gelungenes Beispiel für Transparenz und Open Data.
In der Sparte Computeranimation gewinnt das türkisch-italienische Künstlerduo Memo Akten/Quayola mit dem Projekt "Forms". Darin werden die Bewegungsabläufe von Sportlern in dreidimensionale Skulpturen übersetzt. Der Kanadier Nicolas Bernier erhält für seine Klang-Lichtinstallation "frequencies" die Nica für Computermusik. Der "Pendulum Choir" der Schweizer Michel und Andre Decosterd - neun schwarzgekleidete Sänger, die auf hydraulischen Stelzen herumpendeln - wurde von der Jury als beste Arbeit im Bereich Interactive Art bewertet.

U19 an Österreicher

In der Sparte U19 heißt der Gewinner Dominik Koller (17) aus Österreich. Er programmierte ein Schlagzeug, das in Echtzeit die Schläge auf dem Trommelfell visualisiert. Der voestalpine-Grant "the next idea" geht an das Projekt „Hyperform” von Marcelo Coelho, Skylar Tibbtis, Natan Linder und Yoav Reches. Sie versuchen dem 3D-Print eine vierte Dimension hinzuzufügen. Durch selbstentfaltende Strukturen wird der Druck wesentlich größerer Objekte als bisher möglich.

Auszeichnungen des Prix gab es zudem u.a. für das Projekt "Refugees United". Diese Datenbank hilft Flüchtlingen, nach Verwandten und Freunden zu suchen und umgekehrt. Obwohl sie über viele Tools verfügt, hat sie auch hohe Privacy-Standards, so die Jury. Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Installation "Rain Room" der Künstlergruppe rAndom: Der Besucher geht durch einen Raum, in dem es schüttet, er selbst wird aber nicht nass. Möglich machen das Bewegungssensoren.

Die offizielle Preisverleihung findet am 6. September im Linzer Brucknerhaus statt.

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