Kultur 05.12.2011

Private bald in HD, aber kostenpflichtig

© Bild: rts

"HD Austria" startet mit zehn Sendern via Satellit. Die Privatsender machen die Programme in High Definition aber kostenpflichtig.

Auch die österreichischen und deutschen Privatsender - ausgenommen ATV - sind ab sofort auch auf HD empfangbar und läuten gleichzeitig das Ende des Gratisfernsehens ein. Über die Plattform "HD Austria" sind Puls 4, ProSieben, Sat.1, Kabel eins, Comedy Central, Nickelodeon, N24, RTL, RTL II und VOX künftig in High Definition empfangbar. Allerdings fällt dafür eine Gebühr an: Jährlich kostet das Abo von "HD Austria" 49,90 Euro, monatlich 6,90 Euro.

Wie Olaf Castritius von der niederländischen M7 Group, die hinter "HD Austria" und AustriaSat" steht, sagte, hat bereits die Hälfte der Haushalte ein HD-fähiges TV-Gerät zu Hause stehen. "Die Trend zeigt ganz klar, dass jeder HD entweder schon hat oder haben möchte." Wer das Angebot nutzen möchte, braucht einen geeigneten Receiver mit ICE-ORF-Smartcard, der entweder entsprechend aufgerüstet oder ab dem Wochenende neu erworben werden kann. Die passenden Geräte werden mit einem entsprechenden Aufkleber gekennzeichnet sein.

Kunden haben die Wahl

Die Kunden haben damit künftig die Wahl: Entweder gratis werbefinanziertes Privatfernsehen in Standardauflösung konsumieren, oder selbiges in HD genießen, wofür allerdings besagte Gebühr fällig wird.

Bei den Privatsendern versuchte man bei der Präsentation des neuen Angebots am Mittwoch zu kalmieren. Es handle sich im Gegensatz zu Pay TV um keine programmbezogene Gebühr, betonten IP-Österreich-Chef Gerhard Riedler und Michael Stix von der Geschäftsleitung von ProSiebenSat.1 Austria. Wie bei einem Kabelbetreiber werde ein technisches Transportentgelt fällig. Der Betrag sei gemessen an den immensen Investments, die HD verschlinge, gerade einmal ein symbolischer. Das Ende des Gratisfernsehens sieht Stix außerdem nicht, wie er betonte. In keinem ihm bekannten Szenario sei vorgesehen, dass das normale Standard Definition-Signal in absehbarer Zeit abgeschaltet oder kostenpflichtig werde.

Castritius verwies außerdem darauf, dass eine entsprechende Gebühr für HD-Content international bereits üblich sei. "Die Insel, die der deutschsprachige Raum dargestellt hat, wird kleiner."

ATV ist noch nicht mit von der Partie. Castritius betonte aber, dass man "konstruktive Gespräche" führe.

Der Markt ist jedenfalls vielversprechend: Seit 2008 kann man ORF eins hochauflösend empfangen, ORF 2 folgte Ende 2009. Bisher gibt es 700.000 Zuseher, sagte der technische Geschäftsführer der ORF-Sendetochter ORS, Norbert Grill. Tendenz steigend.

Erstellt am 05.12.2011